Es ist gerichtet, so oder ähnlich könnte man den Saisonstart beim SVL betiteln, vor allem angesichts eines sensationellen Kuchenbuffets, daß alles bisher dagewesene in den Schatten stellen konnte. Ganz nebenbei wurde auch noch die Vereinsmeisterschaft der Saison 2007/2008 ausgetragen – und die Ergebnisse konnten zum Teil sogar mit der Opulenz der kulinarischen Köstlichkeiten mithalten...

Viel Spaß hatten am 07. Oktober die Aktiven der Bogensportabteilung des SV Litzelstetten bei ihren Vereinsmeisterschaften, mit denen traditionell die Hallensaison eröffnet wird. Trotz geringerer Teilnehmerzahl als im letzten Jahr mußte nach wie vor in zwei Tagesgruppen angetreten werden, um allen Interessierten einen Startplatz bieten zu können. Am Ende des Tages standen ein paar Überraschungen, großes Hurra und jede Menge Oooohs und Aaaahs hervorgerufen durch die zahlreichen Kuchen, die eine Konzentration auf das eigentliche Tagwerk, den Wettkampf nämlich, durchaus erschwerten.

Zu seinem ersten Hallenauftritt mit dem Compound-Bogen kam diesmal der dritte der Landesmeisterschaften FITA bei den B Schülern, Lukas Lamparter. Er erreichte mit 529 (263; 266) Ringen ein sehr gutes Einstandsergebnis, das er natürlich noch verbessern möchte. Seine ehemaligen Konkurrenten aus der Recurve-Klasse, Adrian Schwahn und Nico Hoffmann, konnten für den ersten Hallenauftritt ordentliche Resultate hinlegen. Adrian gewann mit 408 Ringen (201; 207) die Konkurrenz, Nico wurde mit 300 Ringen (148; 152) zweiter. Bei den A Schülern war nach dem Wechsel von Lilian Häge in die Jugendklasse das Titelrennen völlig offen. Hier setzte sich in der gemischten Konkurrenz männlich/weiblich am Ende Niels Huber mit 469 (242; 227) Ringen vor Melina Herr 456 (230; 226) Ringen dank des stärkeren ersten Durchgangs durch. Nichtsdestotrotz darf man sich auf die weiteren Auftritte des Duos freuen, das in diesem ersten Saisonwettkampf deutliche Aufwärtstendenzen gezeigt hat.

In der Jugendklasse dominierte wie erwartet Lilian Häge die Konkurrenz nach Belieben. In ihrem ersten Wettkampf auf die mit 40 cm erheblich kleinere Auflage mußte der erste Durchgang notgedrungen als Einschießen und Trainingseinheit herhalten. Unter dem Strich blieben für ihren Einstand 484 Ringe (235; 249), mit denen Lilian insgesamt zufrieden war: „Eigentlich hatte ich nur 450 Ringe erwartet, schließlich habe ich ja bis vor kurzem noch draußen trainiert, und nur eine Halleneinheit vor dem ersten Wettkampf ist dann ja schon ein bißchen wenig.“ Je länger der Wettkampf dauerte, desto mehr kam die junge Dame in Schwung, bis gegen Ende briefmarkengroße Dreiergruppen im Gold zu Buche schlugen. Die SVLer freuen sich nun naturgemäß auf die nächsten Wettkämpfe mit dem Ausnahmetalent. Es scheint so gut wie sicher, daß sie die Umstellung auf die neue Auflage – wie so ziemlich jede Herausforderung bisher – souverän und in Rekordzeit bewältigen wird. Wir sind gespannt ... . Naturgemäß konnten die Neulinge da nicht mithalten. Mario Straub wurde bei seinem ersten Wettkampf überhaupt zweiter (191 Ringe; 101; 90), Nico Schönwald erreichte Rang drei (163 Ringe; 88; 75). Beide werden sicher fleißig trainieren und ihrer Konkurrentin versuchen nachzueifern.

Daß das sogenannte schwache Geschlecht diesmal eine Klasse für sich war belegte eindrucksvoll Susanne Papendick, die mit 535 Ringen (263; 272) die Tagesbestmarke erzielte und quasi „aus dem Stand“ heraus den Titel bei den Damen holte. Auch eine lange, verletzungsbedingte Trainingspause behinderte sie nicht wirklich. Zwar war es am Ende des ersten Durchgangs noch sehr eng zugegangen. Die spätere zweitplazierte Stefanie Polej hatte hier noch knapp mit 266 Ringen in Front gelegen. Sie mußte aber aufgrund der deutlich schwächeren zweiten Halbzeit (252) mit einem Endergebnis von 518 Ringen der Grande Dame des SVL den Vortritt lassen, die lässig und souverän eine gute Passe nach der anderen lieferte. Ob solcher Abgeklärtheit kann die Konkurrenz nur ganz neidisch werden. Trotzdem drücken natürlich alle die Daumen, daß dies nur der Saisoneinstieg war, sozusagen ein Herantasten an die Wettkämpfe, die noch ausstehen. Doro Lamparter erwischte als drittplazierte einen guten Start, konnte aber leider den sehr guten ersten Durchgang im zweiten Umlauf nicht fortsetzen. Am Ende standen aber immer noch sehr gute 464 Ringe (246; 218). Die drei werden demnach den SVL als erste Damenmannschaft in die Hallensaison führen – und hoffen natürlich auf weitere starke Resultate. Komplettiert wurde das Feld durch Silke Müller und Kirsten Keller mit 374 und 321 Ringen. Vor allem Kirsten wirkte nach durchstandenem Wettkampf sehr zufrieden: „Mein neues Material habe ich erst am Mittwoch kurzfristig noch grob abstimmen können, da werde ich sicher noch etwas Zeit brauchen. Aber zwischendurch habe ich ja gesehen, was ich kann. Die Saison ist ja noch frisch.“ Sehr beruhigend auf jeden Fall, daß sich nach turbulentem Sommer alle drei „Nycomädchen“ nun hoffentlich in so ruhigem Fahrwasser befinden und so der Kopf wieder für den Sport frei ist. Sehr vermißt wurde Gisela Schüßler, die in dieser Saison den Volleyballerinnen vom SVL den Vorzug geben will: „Es ist schwierig, in beiden Sportarten immer präsent zu sein und entsprechend zu trainieren. Aber wir sind jetzt aufgestiegen, da kann ich die Mannschaft nicht sitzen lassen.“ Und da leider alle Spieltage mit den Wettkämpfen der Bogenschützen überlappen, ist an einen Doppelstart diesmal nicht zu denken. So fiebern aber die Bogenschützinnen nun natürlich auch mit den Volleyballerinnen und hoffen auf gute Ergebnisse.

Großes Hurra gab es in der Schützenklasse. Hier entthronte sensationell Jürgen Häge den Abonnementschampion Christian Wild – allerdings war dieser Sieg, wenn auch eindrucksvoll und hochverdient, so sensationell am Ende dann vielleicht doch nicht: ganz eindeutig höchste Priorität für Christian hatte in den letzten Monaten der Übergang ins Berufsleben. Dieser ist ihm dann auch auf Anhieb geglückt. Daß darunter natürlich das Training (Zitat: „Welches Training ?“) leiden würde, war bereits lange vor Saisonstart klar. Die neuen Hallentrainingszeiten (näheres weiter unten) werden ihm sicherlich die Gelegenheit geben, sein Können wieder aufzufrischen. Und möglicherweise wirkt die kleine Auszeit ja auch wahre Wunder ... ! Zu beweisen hat der Ausnahmeschütze ja niemandem etwas, hat er doch schon viel zu oft die Kohlen aus dem Feuer geholt. Ziele sind natürlich nach wie vor da, denn es winkt eine starke Truppe, was die Herrenmannschaft angeht. Hinter Jürgen Häge, der mit 497 Ringen (257; 240) nur knapp an der 500er Marke vorbeischrammte, und Christian Wild (493; 251; 242) kamen mit dem Immer-noch-Neuling Matthäus Kloc und dem Auch-noch-nicht-so-lange-dabei Stefan Windmüller zwei Schützen auf die Plätze drei und vier, die von ihrem Leistungsvermögen sehr nahe beieinander liegen und zwischendurch ebenfalls die berühmte Tendenz nach oben erkennen ließen. Kloc erreichte 444 Ringe (225; 219), Windmüller 438 Ringe (222; 216). Fünfter wurde Stefan Leitermann – der sich ganz beiläufig als hervorragender Bäcker erwies, sein Schokoladenkuchen erfreute sich höchster Beliebtheit – mit 368 Ringen (200; 168) vor Tobias Hoffmann mit 323 Ringen (148; 175).

In der Altersklasse Recurve waren mit Joe Robold und Martin Stäbler zwei Schützen am Start, die, da es nun allmählich wieder kühler und nebliger zugehen wird, ihre Aktivitäten sicher auch verstärkt auf die Trainingshalle verlegen dürften. Joe gewann am Ende recht deutlich mit 360 Ringen (180; 180) vor Martin mit 327 (164; 163) Ringen.

Nach wie vor als Einzelstarter bei den A Senioren muß Eberhard Mühlfriedel antreten. Er erreichte mit 488 Ringen (252; 236) ein sehr gutes Ergebnis, das leider durch den etwas schwächeren zweiten Durchgang ein wenig gedrückt wurde. Sicherlich wird es ihm in Saisonverlauf gelingen, dieses Resultat noch zu verbessern. Die 500 Ringe Grenze ist auf jeden Fall in Reichweite.

Auch die Blankschützen traten an, um ihre Vereinsmeister zu ermitteln. In der Schützenklasse gewann Sigmar Papendick mit 260 Ringen (112; 148) vor Marcus Woschnick (203 Ringe) und Frank Ebner (175 Ringe). Daß dem Sieger das Instinktschießen sehr viel Spaß macht, war mehr als einmal zu spüren. Wen das Gefühl stimmt, dann paßt es halt ... . Gruppen zu erzielen, ist hier natürlich ungleich schwieriger, und so kam es zwischendurch schon einmal zu dem Ratschlag: „Denk doch einfach ´mal mehr links !“ – was prompt zu besseren Ergebnissen führte. Vielleicht ist eine gewisse „neuronale Plastizität“ – wenn auch nicht im klassischen, neurobiologischen Sinne – in Grenzen eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Schießen in dieser Klasse ... . Die Stichprobe wäre allerdings ohnehin für gesicherte Aussagen deutlich zu klein ... . In der Altersklasse kam Manfred Moser auf 159 Ringe (92; 67) und wurde hier Vereinsmeister.

Unter dem Strich bleibt eine, von Hermann Pretzel gewohnt souverän organisierte, Veranstaltung, die Lust auf mehr macht. Am Ende eines erfolgreichen Wettkampftages übertrafen sich dann die Starterinnen und Starter in der Zufuhr an Kalorien gegenseitig ... . Das Rezept des Tages ist hier zu finden: Schoko-Schnitten .

Die Trainingszeiten für die Hallensaison liegen wie folgt:

Montag und Donnerstag je zwei Gruppen für Erwachsene Schützinnen und Schützen von jeweils 17:00 bis 19:00 Uhr und 19:00 bis 21:00 Uhr sowie Dienstag für die Anfänger des letzten Sommers ab 17:00 Uhr im UKiGa. Die Jugend trainiert wie gewohnt freitags in der Seeblickhalle (Anwesenheitspflicht ab 16:30 Uhr zum Aufbauen und Aufwärmen). Am Samstag freies Training im UKiGa ab 10:00 bis 13:00 Uhr. Weitere Infos bei den Trainern.

   

Aktuelle Termine  

Keine Termine
   
© ALLROUNDER