Im Grunde war die Entscheidung über den angestrebten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga für das Team vom SVL bereits beim Heimwettkampf Anfang Januar in der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule gefallen: Zwölf Punkte Rückstand auf Platz sechs, der Zug war abgefahren, selbst wenn am vierten Termin wie sonst auch ja noch 14 Zähler zu holen waren. Aber das sollte auch für den kühnsten der Prognosen-Ersteller zuvor klar gewesen sein. So waren die Hauptziele für den Finaltag einfach festzulegen, sich noch einmal deutlich besser präsentieren und vor allem Spaß haben, bevor es dann wieder in der Regionalliga zur Sache geht.

Für den vorläufig letzten Auftritt der ersten Mannschaft des SV Litzelstetten in der Bogen-Bundesliga waren dieses Mal etwas andere Maßnahmen ergriffen worden, damit es endlich einmal besser mit der Hauptaufgabe „Punkten“ klappt. Diese hatte in der abgelaufenen Liga-Saison nun nicht gerade zu den Kernkompetenzen des Teams gehört. Daher stand dieses Mal Familie Plagwitz hinter der Mannschaft (in beiderlei Sinne). Bereits im ersten Match des Tages wollte man zeigen, daß man doch weit mehr kann, als es der Tabellenplatz acht darlegt. Gegen den souveränen Tabellenführer und ersten Aufstiegskandidaten BS Nürtingen sollten die drei Routiniers Adrian Massler, Heiko Plagwitz und Christian Wild den Favoriten zumindest einmal ein bißchen zu ärgern versuchen. Mit einem Neuner-Einstieg war man eher durchschnittlich gestartet, aber außer einem Team war niemand besser. Dumm nur – und das kennt man ja schon – daß es wieder einmal der direkte Gegner war, der sich als Führender im Gesamtüberblick präsentierte. Von einem 58:54 über ein 115:111 und ein 175:168 blieb alles wie gehabt: immer zweiter, aber na ja … . Die drei Jungs machten ihre Sache wirklich prima, aber am Ende reichte es eben doch nur zum zweiten Platz hinter dem besten, und das war der Gegner. Gegen die 234 Ringe war kein Kraut gewachsen, auch wenn die 226 Zähler doch gar nicht schlecht gewesen waren. Die zwei Punkte waren also weg, damit der Abstieg formell auch besiegelt. Aber Balsam für die Seele war das Ergebnis und die Anerkennung des Gegners schon (auch wenn einem beides nicht wirklich helfen mag … Cry).

Gegen die BSG Ebersberg sollte und wollte das Team dann natürlich zusammenbleiben. Die Frage war natürlich von Beginn an: ist nach einer so unglücklichen Niederlage die Luft jetzt endgültig raus und gehen damit die nächsten Matches entsprechend einfach flöten ? Das würde man ja gegen Ingo Nibbe, Maximilian Mangstl und Frank Boretzky sofort sehen. Erneut kam man als dritter aus den Startlöchern. Eine gute Serie führte vom 55:53 und einem 112:108 zum 169:164 Zwischenstand nach Passe drei. Der SVL festigte gleichsam Position drei hinter den über allen schwebenden Nürtingern und dem stark gestarteten Team aus Feucht. Unter Aufsicht lief es also auch in diesem Match ziemlich gut. Wenigstens war aber dieses Mal nicht der Gegner einer der zwei besseren in der Ringe-Rangliste. Und so gab es schon in der zweiten Begegnung des Tages mit 223:218 einen doppelten Punktgewinn. Strahlende Gesichter, das Daumen- und Glücksschweindrücken bei der „Wettkampfaufsicht“ hatte sich gelohnt.

Im Anschließenden Aufeinandertreffen mit dem Team der BS Feucht bekam Heiko dann eine wohlverdiente Pause: Niels Huber sollte seine guten Ergebnisse der letzten Zeit bestätigen dürfen. Allerdings bekam dieser Plan gleich in der ersten Passe einen unangenehmen Dämpfer. „Eyyy, Alter“, so der genervte Kommentar des Jüngsten im Team bei Verlassen der Schießlinie. Der Neuner, der war zwar gut, aber der Schuß davor … . Schwamm drüber. Mit einem 46:55 war man bereits zu Beginn so deutlich ins Hintertreffen geraten, daß an ein echtes Aufholen gegen die starken drei Starter Nico Goldhahn, Manuela Schwarz und Andreas Kohl nicht mehr wirklich zu denken war. Mit 221:209 holte sich die Mannschaft von den BS Feucht die zwei Punkte und blieb mit der Aufholjagd auf Platz zwei und damit die Wiederaufstiegsmöglichkeit in die erste Liga in Reichweite, auch wenn die SK Fellbach-Schmieden als aktueller zweiter und direkter Konkurrent entsprechend konzentriert zu Werke ging: schließlich wollte man ja selbst aufsteigen, und das aus eigener Kraft.

Gegen den Tabellenzweiten von der SK Fellbach-Schmieden sollte Niels dann noch einmal die Gelegenheit bekommen, es besser – und wie gewohnt gut – zu machen. Fellbach hatte zwar alle bisherigen Matches gewonnen, aber irgenwie war man von der Ringzahl her schon in Reichweite. Warum also sollte es nicht auch einmal klappen mit einem weiteren Punkgewinn ? Dann hätte man wie schon beim Heimwettkampf gegen die Teams der oberen Tabellenhälfte ziemlich gut ausgesehen. Konzentriert gingen also Addi, Niels und Christian zu Werke. Eigentlich überflüssig zu bemerken, daß es so lief wie schon gehabt: von den Ringen her zweiter, aber … . Jessica Hägele, Nicole Duscha und Frank Zweigle hatten für die SK Fellbach-Schmieden gut vorgelegt und sich von einem 58:57 auf ein 112:109 vorgearbeitet. Aber sich einfach so geschlagen geben, das wollten die drei Litzelstetter dann doch nicht. Und so konnten sie sich auf einen 166:166 Gleichstand herankämpfen. Daumen drücken also für die letzte Passe, damit es von Gegners Seite nicht wieder einmal heißt: gut mitgehalten Leute, aber Danke auch für die Punkte. Ein Roter gleich zu Beginn, oh je, das ließ dann schon wieder einen unangenehmen Ausgang erahnen. Aber … daraus wurde dieses Mal nichts ! Mit viel Willen und fast schon roher Gewalt wurde noch ein 221:221 Gleichstand erzwungen: Addi durchschnaufend, Niels erleichtert, Christian strahlend – ein guter erster Durchgang beim Abschiedsauftritt der Saison 2010/2011.

Nach der Pause gab es dann doch noch einmal einen Wechsel. Niels Huber durfte seine Position zwei im Team gegen Stefanie Polej eintauschen. Mit Annalisa Neher, Sandra Sachse und Kristina Frey stand am letzten Wettkampftermin eine reine Damenformation für die SGi Welzheim II an der Linie. Wieder ging es für den SVL mit 56:53 gut los. Irgendwie bekamen alle am aktiven Geschehen nur weniger beteiligten im Team immer mehr den Eindruck: heute läuft’s endlich einmal. Na ja, aber am Ende sollte es dann nicht reichen. Ein wenig zu viel Nervosität (wozu eigentlich, es ging ja im Grunde um nichts mehr, aber auch die Ehre, um die es geht, ist ja schon wichtig, und die ist sicher nicht „nichts“) führte am Schluß zu einer 225:217 Niederlage, auch weil die Welzheimerinnen just in der zweiten Tageshälfte die Kurve zu deutlich besseren Ergebnissen bekamen. Abhaken, austauschen, so die normale Reaktion. Dafür hatte Heiko in der Warteschleife seine Sache im Aufwärmbereich auch viel zu gut gemacht.

So durfte er dann für die letzten beiden Begegnungen des Teams noch einmal mit Addi und Christian ran. Die „Stammformation“ ging erneut mit einer 56er Runde gut ins Rennen gegen Michael Pollok, Felix Rauscher und Sascha Anderseck vom PSV Reutlingen. Der Gegner leistete noch etwas Schützenhilfe, so daß man mit einem 12 Punkte Vorsprung geradezu komfortabel ausgestattet war. Auch dieses Mal hätte es also wie im Match zuvor ganz ruhig und konzentriert zur Sache gehen können. Aber so einfach wurde es dann doch nicht. In Passe zwei wurde die Zeit erstmalig sehr, sehr knapp, aber Christian wäre nicht Christian, wenn er da nicht liefern würde. Auch in Passe drei ging es wackelig weiter, aber der Vorsprung, der auf sechs Ringe geschmolzen war, hielt – um dann in Passe vier noch einmal heftig unter Druck zu geraten. Aber am Ende hielten die Nerven ebenso wie der Vorsprung. Zwar nur noch drei Ringe, aber ein 210:207 sollte reichen, und wen kümmert schon die Ringzahl, wenn es dafür zwei Punkte gibt ?

Finale also gegen den Tabellennachbarn, die Gastgeber vom BSC Sulzbach-Rosenberg. David Übler, Marshall Kean und Günther Denis wollten gegen den SVL noch einmal punkten, auch wenn für die drei ebenfalls der Abstieg zu diesem Zeitpunkt längst feststand. Allerdings: daraus wurde nichts. Heiko hatte zwar mächtig zu kämpfen, aber die Konzentration hielt wie die Nerven durch, und so gab es nicht nur gute Zwischenresultate, sondern am Ende stand auch noch ein 222:212 auf der Ergebnistafel (fast schon überflüssig zu bemerken, daß man am Ende eines anstrengenden Tages, als alle müde wurden, dann wieder im Direktvergleich …). Wie dem auch sei: Damit klappte das, was beim Heimwettkampf schief ging, nämlich auch in der unteren Tabellenhälfte Siege einzufahren. Also sieben Punkte aus den sieben Begegnungen, den einen oder anderen Punkt mehr hätte man … . Aber lassen wir das lieber, schließlich hilft ein „Hättewennundaber“ nicht nur nicht weiter, sondern irgendwie ist es auch … irgendwie nur eine Ausrede. Also Fazit: sieben Punkte geholt, sich gut präsentiert, auch einmal ein knapp werdendes Match nach Hause geholt, und keine weiteren „waswärewenn“ Debatten (obwohl … verführerisch sind die schon … was wäre gewesen, wenn …). Die sind weder Litzelstetter Stärke noch Kernkompetenz.

Fazit des Tages (am Ende dann doch noch drei Mal mit „Wenn-Fall“ Tongue out): Wir können, wenn wir denn können. Und wenn in einem Team ein Stammschütze ausfällt, dann wird man ganz schnell zum Punktelieferanten, siehe Reutlingen (0 (in Worten: Null) Punkte). Im Grunde ist da nur noch entscheidend, „wann“ einen diese Situation trifft … . Glück gehabt, wenn das erst am Saisonende der Fall ist.
Und zu guter Letzt: Das Team der BS Nürtingen präsentierte sich am Abschlußtag wahrlich erstligareif und steigt gemeinsam mit der SK Fellbach-Schmieden in die höchste Wettkampfklasse auf, eine starke Leistung !

Und ganz zum Schluß noch die Abschlußtabelle, ganz ohne Wenn:

 

 

    Ringe   Punkte
1. BS Nürtingen 6345   48 :  8
2. SK Fellbach-Schmieden 6227   38 :  18
3. BS Feucht 6173   34 :  22
4. BSG Ebersberg 6140   28 :  28
5. SGi Welzheim II 6142   26 :  30
6. PSV Reutlingen 6077   20 :  36
7. BSC Sulzbach-Rosenberg 6086   15 :  41
8. SV Litzelstetten I 6040   15 :  41
   

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