Die Hallenkreismeisterschaften hatten in diesem Jahr alles, was zu einem guten Sonntag dazugehört: Lust und Laune, erwartete und unerwartete Erfolge sowie jede Menge Drama. Zum Sonntags-Heroen wurde Eberhard Mühlfriedel, der eigentlich nach drei Passen das Handtuch werfen wollte: Visier abgebrochen ! Doch weil er nicht klein beigeben wollte, gab es hier in Sachen Resultat noch eine riesige Überraschung. Mehrere davon steuerten dann die vielen Neulinge im Jugendbereich bei. Sie holten viele sehr gute Plazierungen und sorgten für zufriedene Gesichter bei den Trainern.

 

Woche eins nach dem Meßkircher Hallenevent, Zeit, die Lage neu zu sondieren und zu überprüfen, wie viel Aussagekraft die Ergebnisse von dort wohl haben würden. Im großen und ganzen konnte man recht rasch feststellen: nur eine limitierte.

Zunächst einmal rückte Christian Wild die Verhältnisse in der Schützenklasse wieder zurecht. Zwar fehlt ihm immer noch ein Stück Form, aber das macht zu diesem Zeitpunkt im Oktober noch nicht wirklich etwas aus. Da er sich einen Fehler leistete, blieb eine bessere Wertung als die 555 Ringe (275, 280) auf der Strecke, aber zufrieden dürfte er damit trotzdem sein. Der amtierende Landesmeister Heiko Plagwitz musste hart kämpfen, um am Ende noch mit auf das Treppchen zu kommen. Akuter Trainingsmangel könnte die Teildiagnose lauten – aber der Sport kann eben den Beruf nicht wirklich ersetzen. Von daher war die Leistungssteigerung ausgerechnet im zweiten Durchgang, wenn der Kräftemangel so richtig zu spüren ist, sicher gut in Sachen Psychologie. Mit 521 Ringen (253, 268) wurde er am Schluß dritter. Dritter deswegen, weil er an den Schützenklasse-Neuling Mario Straub auch dieses Mal nicht herankam. Mario konnte zwar keinen Glanzdurchgang wie in Meßkirch hinlegen, wo er mit 280 Zählern furios gestartet war, dafür aber machte er es dieses Mal insgesamt viel besser, weil gleichmäßiger: für eine 264er und eine 267er Runde gab es mit 531 Ringen die Vizemeisterschaft und damit ein reines Litzelstetter Treppchen. Dieses ging dann nahtlos in die guten Plazierungen über: vierter Christoph Gutmann, 516 Ringe (252, 264), fünfter Stefan Windmüller, 510 Ringe (264, 246) und siebter Frank Nietsch, 449 Ringe (227, 222), eine solide Basis für die weiteren Wettkämpfe. Die Mannschaftswertung ging mit ordentlichen 1602 Zählern an Christian, Mario und Heiko. Christoph, Stefan und Frank wurden mit 1475 Ringen zweite. Die neue „Hackordnung“ bei den Herren scheint sich damit zu festigen, unklar ist aber noch, wo der Höhenflug von Christoph Gutmann enden soll. Schließlich klettert er – zwar gemächlich, dafür aber kontinuierlich – von der 500er Marke weiter nach oben.

Antje Schütte, Vertreterin in der Damenklasse, hatte vor Wochenfrist ihre liebe Müh‘ gehabt. Hadern mit sich und dem ganzen Rest, das war zwar nicht der Fall gewesen, aber mehr als „war nett“ war von Meßkirch nicht geblieben. An diesem Sonntag lief vieles anders, nämlich wieder besser. Mit 316 Ringen fehlt zwar noch ein bisschen in Sachen Möglichkeiten Ausschöpfen, aber auf alle Fälle tat der Wettkampf gut, denn es geht deutlich in Richtung Normalform. Verdienter Lohn für die viele Mühe: Platz zwei in der Damenklasse hinter Heidrun Stohldreier vom BSC Konstanz.

„Hach, um drei Ringe hat er mich noch geschlagen“, so hieß es am Ende in der Schülerklasse A, als Luca Hoschka auf das Endergebnis schaute: Teamkollege Peer Gensle hatte ihn kurz vor Schluß noch knapp überholen können. Beide bestätigten damit, daß es bis auf weiteres immer knapp zwischen ihnen ausgehen wird. Freude war trotzdem angesagt: Peer wurde bei seinem ersten Turnierstart mit 404 Ringen (195, 209) zweiter, Luca konnte sich direkt dahinter mit 401 Ringen auf dem Bronzeplatz einreihen. Auch Moritz von Streit machte seine Sache gut und landete mit 312 Ringen auf dem fünften Platz.

Bei den Mädchen musste sich Jana Halter bei ihrer Kreismeisterschafts-Premiere mit zwei festen Größen in den Meisterschaftsserien auseinandersetzen. Zwar sind die Schülerinnen ja alle noch nicht besonders alt, aber Sabine Bohner vom SV Weiler Höri und Anna-Maria Kosnetzow von der SG Singen 04 sind schon so lange dabei, daß sie fast schon zum „alten Eisen“ gehören könnten. Am Schluß holte sich Sabine mit 518 Ringen die Kreismeisterschaft, Anna wurde mit 499 Zählern zweite, Jana konnte im zweiten Durchgang ihr Ergebnis nicht ganz halten, und wurde so mit 246 Ringen dritte. Feuerprobe bestanden, der nächste Einsatz folgt bestimmt – und Jana wird sicher versuchen, das Mannschaftsergebnis, das ihr zusammen mit Peer und Luca den Kreismeistertitel brachte, bei den Bezirksmeisterschaften zu verbessern.

Ebenso wie Jana ein bisschen Pech mit den „alten Eisen“ hatte Robin Lang bei den Schülern C. Auch hier haben einige Starter ja schon viel Routine. Aber Robin machte seine Sache toll ! 424 Ringe (213, 211) bei seinem ersten großen Wettkampf, das war wirklich spitze. Weil Finn Zimmermann, Michael Kosnetzow und Sven Schiffhauer aber noch eine Nummer zu groß für den jungen Mann sind, blieb nur der etwas undankbare vierte Platz. Aber das macht nichts: mit erst acht Jahren hat Robin ja noch einige Zeit, um in Zukunft auch bei den Medaillenplätzen ein Wörtchen mitzusprechen.

In der Jugendklasse scheint sich beim SVL eine Tendenz zu verfestigen. Zwar hatte Felix Aschpurwis das Handicap „Zwei-Wochen-Schulaustausch“ wegzustecken, aber das gelang ihm im großen und ganzen recht gut. Er machte deutlich, daß er nun Platz eins in der Litzelstetter Rangfolge innehat, und ihn wohl auch behalten möchte. Mit 483 Ringen wurde er dritter in der stark besetzten Jugendklasse und verpasste einen besseren Platz letztlich dadurch, daß er im zweiten Durchgang keine Schippe mehr dazu packen konnte. Trotzdem waren alle mit seinem Auftritt sehr zufrieden. Knapp dahinter holte Christopher Borho die berühmte Blech-Medaille für Platz vier mit 480 Ringen. Auch er zeigte sich deutlich auf diesem Niveau stabilisiert und ärgerte sich über ein, zwei ausgelassene Möglichkeiten, das Ergebnis noch zu verbessern. Justin Schuldes konnte sein Ergebnis aus Meßkirch leider nicht wiederholen. Mit 457 Zählern landete er auf Rang sieben. Toll gestartet war mit 230 Ringen Moritz Aschpurwis, der in dieser Saison noch für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte. Am Ende fehlte ihm aber etwas die nötige Ausdauer, um das Ergebnis über die Runden zu bringen. Mit 426 Ringen wurde er zehnter und könnte bei den Bezirksmeisterschaften vielleicht wieder einiges auf sein Ergebnis draufpacken. Jannik Kirmaier schaffte im ersten Durchgang ebenfalls den Sprung über die psychologisch wichtige 200-Ringe-Marke. Da aber die Schule zu Recht grundsätzlich vorgeht, musste auch er am Ende in Sachen Kraft Tribut zollen. Für 370 Ringe gab es Platz 11. Auch einen guten Einstieg in der Jugendklasse schaffte Luka Skadow. Mit 327 Zählern wurde er dreizehnter und wird einiges daransetzen, sein Ergebnis zu verbessern. Mit Tom Henke gab es einen weiteren Starter des SVL. Tom musste sich am Ende etwas quälen, um über die Runden zu kommen. Er landete mit 209 Ringen auf Platz 15. Freuen durfte sich in der weiblichen Jugendklasse Zoe Heisler. Sie wurde mit 228 Ringen Kreismeisterin der Hallensaison 2013. In der Teamwertung mussten Felix, Christopher und Justin am Ende knapp dem SV Weiler Höri den Vortritt lassen: sie wurden zweite gefolgt vom zweiten SVL-Team Moritz, Jannik und Tom.

In der Juniorenklasse legte Niels Huber ähnlich gut los wie in Meßkirch. So ganz zufrieden will er ja nie sein, aber 273 Ringe, Neuner-Schnitt, das ist schon O.K., so müsste es wohl heißen. Im zweiten Durchgang leistete er sich zwar einen Fehler, brachte den Wettkampf aber dennoch sicher nach Hause. „Ausbaufähig“ lautet daher das Urteil über die 527 Ringe, mit denen er vor Rolf Walter (BSC Konstanz) und Dominik Kunert (SG Singen 04) Kreismeister wurde. Ähnliches dachte sich auch Annkathrin Heisler. Entgegen ihrer eigenen Erwartung wurde sie von Passe zu Passe am Schluß immer besser. Sie wünschte sich gar, der Wettkampf möge jetzt erst starten – und das, wo sie am Morgen noch freiwillig auf einige Einschießpfeile verzichtet hatte: „Mir geht sonst viel zu früh die Kraft aus !“ Mit 335 Ringen (152, 183) zeigt dir Form nun endlich nach oben. „Dran bleiben“ heißt daher die Devise, damit der Kreismeisterschaft weitere gute Ergebnisse folgen.

Matthias Heisler konnte sich in der Altersklasse einmal mehr gegen die Konkurrenz durchsetzen. Mit 536 Ringen (257, 279) gewann er klar vor Michael Margraf von der SG Singen 04 mit 492 Zählern. Josef Straub hatte seine 478 Ringe bereits am Donnerstag abgeliefert, um voll und ganz für das Jungvolk an der Schießlinie da zu sein. Mit 477 Ringen auf ein ähnliches Ergebnis kam Peter Nietsch, der in der Tageswertung entsprechend dritter wurde. Mit 442 Zählern zeigte einmal mehr Stefan Leitermann eine mehr als passable Leistung und wurde am Ende vierter.

Fest in Litzelstetter Hand ist in diesem Jahr die Damenaltersklasse im Schützenkreis Konstanz. Wie erwartet setzte sich im Trio Mühlfriedel, Straub, Heisler (das könnte genauso gut eine andere Klasse sein … Bogensport ist wohl ganz klar Familiensport !) am Ende die Doro durch. Mit 534 Ringen landete sie unangefochten auf Platz eins vor Christine mit einer doppelten 232, also 464 Ringen. Dritte wurde Beate mit 262 Ringen.

Geradezu dramatisch verlief der Wettkampf in der Seniorenklasse: nur drei Passen konnte Eberhard Mühlfriedel gewohnt und souverän agieren. Dann passierte das Malheur: Visier abgebrochen. Zustand Irreparabel. Was nun ? Am liebsten hätte Eberhard den Bogen für den Tag wohl in die Ecke gestellt. Aber daraus wurde nichts, also ging es weiter. Natürlich fehlten ihm nun die Einschießpassen für die Situation „blank“. So dauerte es fünf, sechs Pfeilserien, ehe das neue Visier „von innen“ stimmte. Danach ging es dann entsprechend zur Sache: im zweiten Durchgang gab es auf der Spot-Auflage 244 Ringe, womit er Siegfried Muzenhardt, der am Schluß natürlich die Konkurrenz mit 509 Ringen gewann, doch noch gehörig auf die Pelle rückte. 404 Ringe (160, 244) für Eberhard, und die Sache mit dem Blankbogen, die überlegt er sich vielleicht sogar noch einmal. Wenn das die alteingesessenen Konkurrenten Wilfried Sontheimer und Günther Buchte man nicht als echte Herausforderung verstehen könnten … Wink. Fazit am Ende auf jeden Fall: Herausforderungen, und seien sie noch so überraschend, sind immer eine Frage der Herangehensweise.

 

Nach einigen ... Klimmzügen ... hier nun auch die Ergebnisliste:

pdfErgebnisliste KM Halle

   

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