Knapp wurde es bei den diesjährigen Hallenmeisterschaften auf Kreisebene für den Sieger: eigentlich hätte Heiko Plagwitz den Wettkampf ganz gepflegt und gelassen nach Hause schießen können. Sollen. Müssen. Aber am Schluß wurde es von Passe zu Passe enger. Mit Glück und Geschick konnte er drei Pünktchen Vorsprung ins Ziel retten und wurde vor Christian Wild Kreismeister. So spannend war es in keiner anderen Klasse zugegangen. Hier herrschten überall mehr oder weniger klare Verhältnisse. Das tolle daran: erstmalig sorgte bei den Junioren Mario Straub für eben solche. Er sicherte sich mit zufriedenstellendem Vorsprung Platz eins vor seinen Teamkollegen Niels Huber und Frank Nietsch.

Über die „Wilde 13“ hatte es bereits in den 60er Jahren tiefschürfende Erkenntnisse in der Literatur gegeben. Daß es sich dabei auch einmal um einen vereinsinternen Vorsprung in Sachen Ringzahl halten könnte, daran hatte bisher nie jemand gedacht. Im ersten Durchgang der diesjährigen Kreismeisterschaften in der Halle sorgte just der Vereinsmeister bei den Herren, Heiko Plagwitz, für einen solchen. Na ja, nicht gerade auf Platz zwei, aber doch auf seinen (vermeintlich ?) schärfsten Konkurrenten Christian Wild. 278 zu 265 stand es bei Halbzeit. Bis kurz vor Schluß war es im ersten Durchgang noch deutlich knapper zugegangen – und den Rest kann sich dann jeder selbst herleiten. Tatsache am Ende: Heiko eins (278), Christian fünf (265), dazwischen dann noch Jochen Schmidle vom BSV Nordstern Radolfzell (271), Vereinskollege Stefan Windmüller (269) und Liga-Spezi Adrian Massler vom SV Weiler-Höri (266). Das Ding war dann ja wohl gelaufen. Man würde abwarten müssen, wie Christian dieses Thema wegstecken und den zweiten Durchgang gestalten könnte. Schließlich hatte nicht nur Heiko das Zeug dazu, seine Leistung nicht nur zu halten sondern auch zu steigern. Das gleiche galt ja auch für die drei anderen.

Das probateste Mittel, um eine bessere – oder generell gute – Plazierung zu erreichen ist nach wie vor relativ simpel umschrieben: selber Leistung bringen. Und irgendwie schien sich Christian im zweiten Durchgang genau darauf zu besinnen. Das neue Motto hieß also ab sofort, Zehner zu schießen und nicht auf die Fehler der Konkurrenz, egal aus welchem Vereinslager, zu warten. Und das ließ sich dann auch ganz hervorragend an. Insgesamt 19 Stück bolzte der Seriensieger der letzten Jahre ins Zentrum. Die paar Neuner fielen da kaum noch ins Gewicht. Weil am Ende aber noch fünf Achter standen, reichte es letztlich „nur noch“ zu 284 Ringen. Eine echt starke Leistung im zweiten Durchgang brachte reichlich Schwung in den Wettkampf und entsprechend Turbulenzen in die Tabelle. Natürlich bekam die Konkurrenz auf der eigenen Scheibe und auch direkt nebenan den entsprechenden Druck zu spüren. Und so ging Zähler um Zähler aus dem so sicher geglaubten Vorsprung bei ein um dem anderen Schützen verloren. Zuerst musste Teamkollege Stefan Windmüller „dran glauben“ (258), der dem hohen Tempo nicht gewachsen war. Danach erwischte es dann Adrian Massler, der mit 267 Ringen sein Ergebnis aus der ersten Hälfte bestätigen konnte. Auch für Jochen Schmidle sollte es nicht reichen. Dafür waren 270 Ringe im zweiten Durchgang ein bißchen zu wenig. Das Feld von hinten aufzurollen, das lief also ausgesprochen gut. Aber eine 28er Abschlußpasse brachte Heiko auf die sichere Seite, auch weil Christian am Ende mit einer 28 die Puste etwas ausging. Er hätte schon ein 30:27 gebraucht – aber dann wäre die Sache ziemlich klar gewesen, der Zehner wegen.

So blieb am Ende ein ziemlich guter zweiter Durchgang mit diversen Erkenntnissen übrig: ich kann immer was drauflegen, ich kann echt gut schießen, wenn’s sein muss, ich kann mich auf meine Fähigkeiten verlassen. Und natürlich: ich muss nur abrufen … . Ein paar ähnlich nützliche Gedankengänge dürfte es auch bei Heiko gegeben haben, Themen Vorsprung ins Ziel bringen, am Ende Nerven behalten, Mini-Zwischentiefs wegstecken. Darin steckt also einiges an Potential.

Hinter dem Top-Duo behielt Jochen Schmidle Platz drei mit 541 Ringen (271, 270) vor Addy, der auf 533 Zähler kam. Stefan musste am Ende beide Konkurrenten im Kampf um Platz drei ziehen lassen. Zwar waren seine 527 Ringe nach wie vor aller Ehren wert, aber die reichten dann zu guter Letzt doch nicht mehr. Schade. Christoph Gutmann als neuer SVL’er an der Linie kam eine Woche nach dem Turnierstart in Meßkirch auf gute 458 Ringe (232, 226) und wurde sechster.

Bei den Damen hatte sich die kommissarische Kreisbogenreferentin logischerweise aus dem aktiven Geschäft des Tages ausklinken müssen, auch wenn am Vortag bereits feststand: so schön ist die Halle hergerichtet, watt schade, daß de da nich‘ mitschießen kannst. Weil aber dieses Thema hinlänglich bekannt gewesen war, wurde für die entsprechende Leistungskontrolle ein würdiger Rahmen aufgesetzt. Allein gegen die anderen, sozusagen. Das Montags-Mannschaftstraining hatte genau die richtigen Bedingungen für einen ausreichend hohen Streß- und Ablenkungspegel. Und wenn dann dort sogar der Heiko das Grinsen bekommt, dann dürften die Herren Huber, Massler und Wild ihre Sache wohl ausreichend gut gemacht haben. Bezahlt wurde dann M-weise auch noch, aber trotzdem blieben am Schluß zwei Mal 263 Ringe stehen. Mit 526 Zählern reichte es dann für die KM, ein ordentliches Einstiegsergebnis, das es nun zu verbessern gilt. Für den nötigen Nervenfaktor sorgen dann schon andere. Zweite in der Konkurrenz der Damen wurde Heidrun Stohldreier vom BSC Konstanz mit 479 Ringen (249, 230) vor „Frischling“ Antje Schütte aus dem SVL-Team mit 245 Zählern (147, 98).

„Wann isch endlich Siegerehrung“, nöckelte dann nach Wettkampfende mehr als einmal Mario Straub herum. Kein Wunder, hatte er sich doch endlich einmal in einem Wettkampf sehr gut gegen beide Teamkollegen aus der Affäre gezogen. Mit großem Vorsprung hatte er den ersten Durchgang für sich entschieden. 261 Ringe, so gut war sonst keiner. Frank Nietsch hatte sich mit 247 Zählern Rang zwei gesichert, Niels Huber musste mit 243 Ringen und Platz drei vorlieb nehmen. Mehr als einmal hatte es für ihn so gar nicht passen wollen, und entsprechend streuten die Pfeile um das Gold herum.

Grundsätzlich gilt ja, daß die Jugend Vorbilder braucht. Diese werden ihr gegeben, oder sie sucht sie sich auch. Bei diesen Kreismeisterschaften traf offenbar beides zu. Niels machte sich auf eine Aufholjagd, und Mario musste sich darum bemühen, den Vorsprung zu halten. In der Vergangenheit war ihm das nicht immer geglückt. Zu oft hatte sich Straub-Junior ein sehr gutes Wettkampfergebnis selbst vermasselt. Ein schlechter Durchgang war immer dabei. Dieses Mal lief es anders: mit 257 Ringen konnte Mario fast sein Resultat halten. Da nutzte Niels auch das Schrauben nichts mehr. 267 Zähler in der zweiten Hälfte reichten nicht, um im Kampf um Platz eins mit 510 Ringen noch ganz nach vorne zu kommen. Mario blieb erster. Frank Nietsch hielt sich gegen Ende des Wettkampfs vornehm zurück. Für ihn blieben 205 Zähler stehen. 452 Ringe bedeuteten Bronze. Die Team-Wertung konnten die drei souverän gewinnen. Ihre 1480 Punkte lassen aber durchaus noch Luft nach oben.

Straubs schicken für den SVL normalerweise ja noch zwei weitere Protagonisten ins Feld. Mit der diesjährigen Zwangspause für Josef musste hier dieses Mal allerdings Christine alleine die Kartoffeln aus dem Altersklasse-Feuer holen. Und das gelang ihr im ersten Durchgang ganz hervorragend. Erstmalig konnte sie weitgehend umsetzen, was sie so beherrscht, und wurde mit 241 Ringen belohnt. Dafür blieb ihr Platz eins in der Zwischenwertung. Ihre schärfste Konkurrentin, Doris Mühlfriedel, hatte mit 218 Ringen doch einigen Rückstand eingesammelt. Marika Gnädinger (SG Singen 04) und Beate Heisler hatten sich in recht trauter Zweisamkeit bei 169 und 165 Ringen auf den Plätzen drei und vier eingefunden. Auch in der Damenaltersklasse blieb sich der Wettkampf treu. Aufholen ist „in“. Und so konnte Doro Ring um Ring des Vorsprungs ihrer Konkurrentin abknabbern. Mit 230:194 Ringen holte sie sich die Wertung der zweiten Halbzeit. Damit konnte sie den 23 Ringe Rückstand am Ende noch in einen 13 Ringe Vorsprung umwandeln. Doro bleibt mit 448 Ringen Kreismeisterin. Christine wird mit 435 Zählern zweite und holt für Familie Straub eine Silbermedaille. Dritte wurde Marika Gnädinger (343) vor Beate Heisler (291). Nach dem Einzelsilber gab es für Christine aber auch noch Gold, und zwar das in der Teamwertung. Die beiden Einzelsiegerinnen Steffi und Doro hatten gemeinsam mit Christine das Maximum an Medaillen herausgeholt und wurden entsprechend auch Mannschaftssieger.

Bei den Schülern hatte es Jannik Kirmaier besonders schwer. Das grassierende Erkältungsvirus hatte ihm just an diesem Morgen alle drei Konkurrenten von seiner Scheibe gekegelt. Und so gab es so gar niemanden, mit dem er sich irgendwie hätte messen können. Das war natürlich keine schöne Situation. Dennoch machte er seine Sache sehr ordentlich und erreichte 285 Ringe, wofür es Platz fünf bei den Schülern A gab. Vorfreude dürfte es also für die Bezirksmeisterschaften geben, wenn ihm dann die Aufstellung hoffentlich ein paar gesunde Kollegen auf die Scheibe bringt.

In die Jugendklasse waren in diesem Winter Felix Aschpurwis und Christopher Borho gewechselt. Beide hatten sich erst einmal relativ kleine Ziele gesteckt: die 400er Marke knacken, das wäre schön ! Und, welch furioser Auftakt, Felix gelang sogleich ein Start nach Maß. Mit 212 Ringen war er im Litzelstetter Trio mit Justin Schuldes (210) und eben Christopher Borho (197) nach Durchgang eins sogar der beste. Wer hätte das gedacht ? Da staunten selbst die Betreuer nicht schlecht. Halten konnte er dieses Ergebnis zwar noch nicht, aber daran läßt sich ja trefflich arbeiten. Mit 203 Ringen aus Durchgang zwei konnte Felix zwei Dinge halten: den guten Eindruck und Platz sieben aus der ersten Halbzeit. Christopher konnte sich in Durchgang zwei steigern. Insgesamt lief sein Wettkampf recht konstant, und mit den 205 zusätzlichen Ringen ist das erste Saisonziel „über 400“ auch bei ihm erreicht. Als Plazierung sprang Rang neun heraus. Justin Schuldes konnte sich ebenfalls verbessern. Nach 210 Zählern folgten 221. Für die 431 Ringe sprang Platz sechs heraus. Tom Henke machte als vierter SVL-Starter seine Sache ebenfalls recht ordentlich und wurde am Ende dreizehnter. In der Mannschaftswertung wurden Felix, Christopher und Justin am Ende hinter dem SV Weiler-Höri mit Rückkehrerin Tamara Abele sowie Nick de Boni und Philipp Sturm (1421) und der SG Singen 04 mit Patrick Götz, Dominik Kunert und Frauke Knappmann (1320) dritte und durften sich über Bronze freuen.

Mit Beate in der Damenaltersklasse hatte Familie Heisler natürlich nicht nur eine Starterin ins Feld geschickt. Matthias wollte in der Altersklasse erneut seine gute Form beweisen, und Tochter Annkathrin hatte sich bei den Juniorinnen vorgenommen, ihre Leistung zu stabilisieren. Allerdings lief es im ersten Durchgang nicht besonders gut. Mit 146:219 war ihr Alice Massler längst enteilt. So nutzte auch ein 190:167 in der zweiten Hälfte nichts mehr. Anni wurde mit 336 Ringen zweite hinter Alice, die auf 386 Zähler kam. Deutlich besser lief es da bei Papa Matthias. Und Anni hatte es im letzten Training schon groß verkündet: Mein Papa, der schlägt den Christian. Na, da konnte man gespannt sein. Mit 274 Ringen konnte Matthias dafür einen recht guten Boden bereiten. Damit war er sich dann in der Altersklasse auch einziger Gegner. Ausgerechnet Jürgen Häge konnte mit 253 Ringen noch einigermaßen dran bleiben. Aber für Peter Nietsch (245) und Stefan Leitermann (185) war das dann doch eine Nummer zu groß. Im zweiten Durchgang ließ Matthias dann auch noch 275 Ringe folgen. 549. Kreismeister. Aber würden die 549 dann auch für Annis Kampfansage reichen ? Die Auswertung der Neuner und Zehner sollte es erweisen: Christian bleibt vorne. Im Dezember gibt es dann – vielleicht – wieder eine Gelegenheit, vorbeizuziehen.

Bei den zwei gleichmäßigen Heisler’schen Durchgängen konnte die Konkurrenz nur neidlos staunen: das hat er sich echt verdient, da kommen wir gerade einfach nicht dran. Jürgen Häge behielt seinen zweiten Rang, indem er 243 Ringe drauflegte und auf 496 Zähler kam. Vortags-Fleiß-Mann Michael Margraf von der SG Singen 04, der mit seinen Mannen und einigen Steißlingern das Richten der Halle „wuppte“, holte sich mit 487 Zählern (247, 240) Bronze. Peter Nietsch, frisch genesen von der Grippe, wurde vierter (479; 245, 234), Stefan Leitermann erreichte Platz sechs (367; 185, 182). In der Teamwertung gab es für Matthias und Peter dann gemeinsam mit Eberhard Mühlfriedel noch einmal Gold. Eberhard hatte sich dann auch nebenbei die Wertung in der Seniorenklasse gesichert. An 540 Ringe (266, 274) kam niemand mehr heran. Siegfried Muzenhardt vom SSV Widerhold Singen wurde zweiter (512; 262, 250), Karl-Heinz Weber vom BSC Konstanz dritter (487; 240, 247). Heiner Hahn konnte sich am Ende Platz vier holen (316; 146, 170). In der Mannschaftswertung wurde er mit Stefan Leitermann und Jürgen Häge hinter den Teamkollegen Matthias, Peter und Eberhard zweiter.

 

Fazit: die erste KM mit Shooter als neuem Auswerteprogramm „ist durch“. Es gibt noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten, und auch ein, zwei Bugs sind noch enthalten. Nichtsdestotrotz. Wenn alles gerichtet ist, steht hier ein wirklich brauchbares Programm zur Verfügung, mit dem auch einiges einfacher wird. Wenn alles klappt. Also: Daumen drücken.

   

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