Mit eher widrigen Umständen hatten bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Adrian Massler und Christian Wild zu kämpfen. Und irgendwie stand am Ende des Wettkampfs fest: es war echt zum K*t%§n ! Trotzdem gab es für Addy bei all den widrigen Umständen eine neue persönliche Bestleistung und damit für den SV Weiler Höri mit Rang 15 bei den Junioren ein erstklassiges Ergebnis.

Ehemalige Frankfurter wissen es: entweder man mag diese Stadt, oder eben gar nicht. Dazwischen liegt nichts. Am Rande liegt irgendwo Dietzenbach, wenn man so will irgendwie in der Nähe von Rhein-Main Airport (gut zum Abheben, wohin auch immer), Offenbach (na ja) und Frankfurt (Museen und mehr). In diesem Jahr fanden dort die Deutschen Meisterschaften in der Halle ihr Zuhause. Winzige Halle, nur wenig Platz („Hö ? Ich dachte, das wäre die Wartelinie.“ – „Geht ja gar nicht. Wo soll denn dann noch die 3-m-Linie sein ?“ – „Kein Wunder, daß die Limits zum Teil so nach oben gegangen sind.“), echte Kuschel-Atmosphäre bei professioneller Ausrichtung. Alles kann man eben dann doch nicht immer haben.

Aufregung war schon am Vortag beim „DM-Frischling“ Adrian Massler angesagt. Erstmalig dabei, das war schon was. Dazu dann noch die tollen Trainingsergebnisse in der Vorwoche in einigen Streß-Tests, eine gute Grundlage, nicht notwendigerweise, um ganz vorne mitzuhalten, aber doch immerhin um in der Nähe der Wettkampfbestleistung zu landen. Bitter eigentlich, daß der Tag so gar nicht schön begann: verkorkster Magen, möglicherweise ein Infekt, denn für eine Lebensmittelvergiftung vom Vortag waren eigentlich zu viele Stunden ins Land gegangen. Genau wird man das jedoch nie herausbekommen. Und so ging es mit leerem Magen und wenig erfrischender Gesichtsfarbe in die Premiere. Während sich Addy zur Schießlinie quälte, versuchten Christian Wild und Rainer Massler „irgendwo“ etwas zur „Beruhigung der Lage“ zu organisieren, gar nicht so einfach an einem Samstag vor acht Uhr in der Früh. Wundersam schon, daß da der Einstieg ins Warm-up mit perfekter Passe gelang und auch danach am Gold kein Weg vorbei führte. Letztere ging dann noch des öfteren in Richtung keramische Abteilung, die zwei Minuten „Schießpause“ durch den Passenwechsel wurden entsprechend genutzt. Allein die gesundheitliche Lage besserte sich nicht wirklich. Nach knapp einer Stunde gab es dann endlich ein paar Medis, sowohl der „SVL-Support“ als auch Landeskader-Betreuer Martin Cornils hatten einiges aufgetrieben. Einflößen, zum Glück noch 15 Minuten Pause bis Wettkampfbeginn – und damit für eine erste Wirksamkeitsprüfung – und los ging’s.

Kaum vorstellbar, daß der erste Durchgang vor allem zu Beginn exzellent glückte. Papa Massler mit Hoffnungsdiagnose: „Im Grunde ist er jetzt ja so mit dem anderen Kram beschäftigt, daß er da wenigstens gar nicht nervös sein kann.“ Erst auf Mitte der ersten Halbzeit gingen ein wenig die Kräfte aus: keine Kalorien, dann ist da auch nichts zum Zusetzen. Da helfen auch Elektrolyte nichts. Trotzdem blieb eine mehr als achtbare 276er Runde stehen. Über das Ergebnis konnte man sich nur freuen und auch staunen. Glücklicherweise waren Teint und T-Shirt in Sachen Farbabgleichung nun getrennter Wege gegangen, und auch das fluchtartige Verlassen der Halle hatte sich gelegt. In der Gruppe um Scheibe 11 wurde sogar gemeinsam gelacht. Vielleicht war es ja schon ausgestanden. Damit könnte es sogar noch mit einem ordentlichen Mittelfeldplatz etwas werden.

Aber so sollte es dann doch nicht kommen. Während die Spitze des Feldes zwar bereits im ersten Durchgang enteilt war, gab es im großen Mittelfeld immer noch Chancen, Boden gutzumachen – oder auch zu verlieren. In Sachen Essen war bei Addy immer noch nicht zu punkten („Wenn ich nur daran denke, wird mir schon wieder schlecht.“). Das konnte dann ja etwas geben mit Durchgang zwei. Doch auch dieses Mal gelang der Einstieg exzellent. Nach fünf Passen waren ganze sechs Ringe weg, nach sechsen erst sieben. Das sah ganz nach einer neuen Bestleistung aus. Voraussetzung war nur, daß der Magen durchhalten würde. Je länger der Wettkampf dauerte, desto mehr tastete sich Addy an den roten Bereich (auf der Scheibe) heran. Aber am Ende sollte es dann doch noch reichen: zu den 276 Ringen des ersten Durchgangs kamen weitere 286 hinzu. Neue Bestleistung im Wettkampf, 562 Ringe, dazu dann noch Rang 15 für den SV Weiler Höri, ein Resultat zum Stolzsein. Leider hatte es sich danach dann auch irgendwann wieder mit dem beruhigten Magen, der Rest des Tages war also pure Folter.

Gleiches galt für Christian, der entweder von all der Aufregung am frühen Vormittag oder eben doch von einer Lebensmittelgeschichte einen ganz flauen Magen bekommen hatte. So passte weder die Vorbereitung auf die Mittagsrunde in der Schützenklasse noch hatte das mit der Ernährung rechtzeitig zu Wettkampfbeginn hinhauen wollen. Entsprechend dürftig und extrem wechselhaft verliefen dann auch Einschießen und Wettkampf: Gold, Gold, Blau. Oder Gold, Blau, Gold. Oder auch Gold, Rot, Blau. Keine Farbkombinationen von irgendwelchen Flaggen oder Wappen, sondern leider die Trefferlage, die sich nicht wirklich stabilisieren wollte. Irgendwann kam dann noch das, was kommen musste, nämlich der zur Streuung passende Fehlschuß. Da war der Wettkampf längst gelaufen. 264 im ersten Durchgang, ein Ergebnis zum Vergessen. Der Stoßseufzer: „So schlecht war ich schon seit Jahren nicht“ (stimmt, man muß ins Jahr 2006 zurückblättern, da steht 'ne 260) half allerdings auch nicht weiter, denn auf gleichem Niveau ging es durch den zweiten Durchgang, der dann mit einer 259 doch noch etwas darunter lag.

Abhaken und dran denken: im Jahr 2007 folgte dann eine Serie von 567, 576, 562 und 578 und ein Platz drei nach dem Vorkampf hinter einem gewissen Sebastian Rohrberg, der gerade einmal vier Ringe Vorsprung hatte. So kann’s dann auch laufen.

Die Deutschen Meisterschaften sind also „durch“, die Hallensaison – endlich – geschafft. Die Helden sind müde, machen jetzt erst einmal Urlaub, wohlverdient. Bald geht es dann wieder – noch einmal „endlich“ – nach draußen, auf zu neuen Taten.

Bleiben noch ein paar …

 

Randnotizen

„Boah, Garnelen !!!!“ – Manche Leute mögen das Zeug einfach nicht, und fahren möglicherweise gar nicht schlecht damit … .

„Ich würd‘ Euch empfehlen, vielleicht 'ne andere Toilette zu suchen. Aber Ihr könnt ja zur Not selbst einen Blick darauf werfen, ob Ihr die nutzen wollt.“ – Wohlmeinender Ratschlag von Sebastian R. an die Richtung „Örtchen“ steuernden Personen … . Da hat’s wohl nicht mehr ganz … .

„Ich sag‘ ihm jetzt nicht, daß das Zeug auch noch müde macht. Muß er gar nicht wissen.“

„Ich geh‘ morgen nicht auf die Fasnacht.“ – Kommt nächstes Jahr wieder !

   

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