Ziemlich naß und ziemlich kalt waren die Rahmenbedingungen für die Recurve-Schützen bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften in Tacherting. Noch am Vortag durften sich die Starter bei sommerlichen Bedingungen um Medaillen streiten, aber in der Nacht zum Samstag kam dann ganz pünktlich mit tollem Wetterleuchten der angekündigte Temperatursturz für 24 Stunden. Kein Thema für Christian Wild und Heiko Plagwitz, die das ganze entsprechend gelassen sahen, waren doch die Bedingungen für alle gleich. Am Ende konnten aber beide nicht so recht etwas aus ihrem Wettkampf machen.

Noch am Freitag hoffte wohl die große Mehrheit, das Wetter möge auch über den Samstag hinweg halten, aber daraus wurde nichts: ein veritabler Temperatursturz und jede Menge Regen forderte von den Aktiven vor allem eines: wasserdichte und warme Kleidung ... . So hatten sich Christian und Heiko am Morgen sehr zeitig gleich ausreichend dick eingepackt. An Schlaf war in der Nach zuvor kaum zu denken gewesen, da konnte man sich auch frühzeitig fertig machen. Eine echte Schnakenplage hielt nichts von der Maxime „erholsamen Schlaf für Bogenschützen“, und so fiel dann auch das Aufstehen am Ende relativ leicht ... . Wenigstens mußte ein nicht unerheblicher Anteil der Störenfriede die Angriffe entsprechend bezahlen, das tröstete zum Schluß ein wenig über die entgangene Nachtruhe hinweg.

Der Start in den Wettkampf glückte auf dem perfekt hergerichteten Bogenplatz der FSG Tacherting zunächst in der vereinsinternen Wertung Heiko deutlich besser. Mit dem Verlauf des ersten Durchgangs war er sehr zufrieden. Seine Marschroute „Finale ist erst einmal völlige Nebensache, ich war ja seit sechs Jahren nicht dabei. Schau’n wir 'mal, wie es ausgeht“ ging glatt auf: Eine Plazierung um Rang 20 herum und 311 Ringe waren aus seiner Perspektive ein ausgezeichneter Start und die Freude war entsprechend groß. Christian hingegen fand so recht gar nicht in den Wettkampf hinein. „Läuft einfach nicht, ich komme einfach nicht rein (zur Info: ins Gold), 'mal ein bißchen oben, dann unten, ich weiß auch nicht.“ Neuner- und Unter-Achter-Schnitt wechselten munter durcheinander. Auf die fünfwöchige verordnete Zwangspause nach den Landesmeisterschaften wollte er es jedenfalls nicht schieben, dafür war das „Kurztraining“ für 14 Tage nicht schlecht genug gelaufen. Und so haderte er über den Großteil des Wettkampfs mit sich, ohne aber ein echtes Gegenmittel zu finden. Jedenfalls waren die 282 Ringe weit unter allem, was in den letzten Jahren so als „halbwegs normal“ zu bezeichnen gewesen wäre. Immerhin: anders als normal wehte wenigstens kein giftiger Wind über den Platz, damit wären die Bedingungen noch fieser gewesen. So amüsierten sich alle nur über den Sommer 2009 und betrachteten das via Bildschirm gesendete Regenradar als „Mutmachaktion“ des Veranstalters („Guck 'mal, jetzt haben sie’s ausgeschaltet, glaubt ja eh keiner mehr dran ... .“ J ).

Im zweiten Durchgang konnte Heiko sein Niveau leider nicht ganz halten: in dem Maße wie sich das Wetter minimal besserte, ging seine Leistung etwas nach unten. Mit dem Finale würde es also sehr, sehr knapp werden. Am Ende scheiterte er um zwei Punkte am „Cut“: 607 Ringe nach einer 296er Runde, damit landete er auf Platz 36. Traurig war er aber deswegen noch lange nicht: „Meine Bestleistung ist gar nicht so weit weg, und heute war ja nicht unbedingt das Wetter für eine solche Leistung. Also, ich bin total zufrieden.“ Sprach’s und hatte noch jede Menge anerkennende Worte für die Konkurrenz, denn die war bei diesen Bedingungen „trotz allem“ sehr stark durch den Wettkampf gekommen. So sicherte sich Holger Rohrbeck aus Goslar Platz eins in der Qualifikationsrunde mit 648 Ringen (326, 322), für den Einzug in das Finale mußte man mit 609 Zählern noch ins Stechen.

Christian konnte sich in der zweiten Hälfte am Ende dann doch noch einigermaßen fangen. Nach dem frustrierenden Einstieg sorgten 301 Ringe für einen halbwegs versöhnenden Abschluß. 583 Zähler und nur Platz 62, nicht wirklich sein Niveau, und so war es kein Wunder, daß er sich von Lisa Unruh in der Pause vor dem Finale anhören durfte ... : „Was ??? Mann, bist Du schlecht !“ Sie hatte (zugegebenermaßen erwartet) ihre Sache natürlich weit besser gemacht und sich mit 636 Ringen den zweiten Platz im Vorkampf hinter Vereinskollegin Susanne Poßner (beide BB Berlin) gesichert, die auf 649 Ringe kam. Somit blieben beide Litzelstetter am Ende beim Finale der Herren „außen vor“ und konnten in aller Ruhe das Material trocknen sowie sich wieder aufwärmen.

Währenddessen sorgte der Ausrichterverein weiterhin perfekt für das Wohl der Gäste. Waren am Vortag noch die kalten Getränke gefragt und gingen entsprechend ruck-zuck über die Theke, konnte nun verkündet werden: es gibt Glühwein. Natürlich nicht für die Aktiven, das war ja klar. Dies sorgte dann für Heiterkeit, aber kaum für „Weihnachtsmarkt-Stimmung“, war ja auch nicht erklärtes Ziel gewesen. Vielleicht als Belohnung für den tollen Einsatz der Helfer hinter den Kulissen holte dann Armin Garnreiter für die FSG Tacherting den Titel im Finalschießen. Er setzte sich gegen Jan Specklin (BSG Bad Pyrmont, he, fast schon bei mir zu Hause, da kann ich mich ja im Grunde schon freuen) durch, dritter wurde Jürgen Seibold (BS Neumarkt). Bei den Damen hätte man sich dann das Finale fast schon schenken können: Am Ende blieb es bei den ersten dreien vom Vorkampf. Susanne Poßner gewann gegen Lisa Unruh, Gold und Silber gingen also nach Berlin, und daß dies auch für Bronze galt, dafür sorgte Cornelia Griem, die das kleine Finale gegen Andrea Kreipe gewann.

Fast schon ungerecht: natürlich wurde das Wetter für Sonntag wieder schön, nicht zu ändern. Und etwas zum Freuen gab es dann auch noch: da ja in der Familie Plagwitz ohnehin wohl jeder schießt, mußten für Patrick, Heikos jüngeren Bruder, natürlich die Daumen gedrückt werden. Am Ende wurde er in der Jugendklasse in der Einzelwertung mit 615 Ringen elfter, in der Mannschaftswertung gab es am Ende dann Silber für ihn und seine Kollegen aus Tuchenbach, kein schlechter Abschluß für den Sonntag.

Damit ist dann die Außensaison für uns fast beendet, Zeit für ein bißchen Erholung, lockeres „Austrudeln“ beim Mini-Saisonabschluß Mitte September, und dann natürlich Vorbereitung auf die Hallensaison inklusive Auftritt in der zweiten Bundesliga. Es gibt also reichlich zu tun für alle.

 

   

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