Strahlender Sonnenschein und so gut wie kein Wind, perfekte Außenbedingungen für die diesjährigen Bezirksmeisterschaften, die aufgrund der anstehenden Pfingstferien in diesem Jahr bereits Ende Mai stattfinden sollten. Gute Aussichten, fanden am Morgen alle Litzelstetter, denn so schön ist es selten. Da war aber noch nicht klar, daß es an diesem Tag doch ein bißchen Streß geben sollte, zumindest für die SVL-Schützenklasse-Mannschaft.

Morgens 7:50 Uhr auf der Fähre von Konstanz nach Meersburg, die Laune sitzt, das Wetter ist klasse. Da bimmelt das Handy. Und nur eine Minute später war klar: die Herrenmannschaft ist für heute geplatzt. Schöner Mist, denn Heiko Plagwitz hatte sich selbst eigentlich eher an den Start geschleppt, weil er die eigene Grippe noch nicht komplett auskuriert hatte. Die Tagesabsage jedoch war etwas ernster als geplant. Mit ausgesprochen unangenehmen „Ausfallerscheinungen“ hatte sich Stefan Windmüller abmelden müssen und bekam von der sportlichen Leitung sofort den Auftrag: „Probe“ ins Krankenhaus für die Laboruntersuchung. Zwar hat sich die EHEC-Welle noch nicht derart im Süden ausgeweitet, aber man weiß ja nie. Und schlagartig waren dann doch andere Dinge wichtiger als der Wettkampfverlauf.

So gingen denn Christian Wild und Heiko Plagwitz ganz klassisch an den Start: jeder gegen jeden. Man würde abwarten müssen, wie das bei Heiko klappen würde, hatte er doch zu großem eigenen Bedauern auf die FITA-Runde in der Vorwoche verzichten müssen: „Das war schon echt schade, denn besonders auf die 90 m war es in der Zeit ja extrem gut gelaufen.“ So fehlte dann ein Trainingswettkampf und entsprechend mühsam ging es in den Tag. Am Ende nötigten aber die 290 und die 295 einiges an Respekt ab: 585 Ringe, nicht schlecht und vor allem mit der Tendenz nach oben.

Christian gelang da aber doch noch ein bißchen mehr. 306 Ringe, 294 Zähler, eine Punktlandung auf die 600, besser war an diesem Sonntag in der Schützenklasse keiner. Heiko schaffte mit seinem Ergebnis Platz zwei und konnte Alexander Kupper vom TV Meßkirch, der in der Hallensaison für einen tollen und überraschenden Einstieg gesorgt hatte, mit 555 Ringen (277, 278) auf Platz drei verweisen. Die Mannschaftswertung in der Schützenklasse ging an den TV Meßkirch mit Alex Kupper, Stefan Rieger und Achim Lieb. Bei den Landesmeisterschaften gibt es dann ein Wiedersehen und hoffentlich die entsprechende Revanche … .

In der Damenklasse lief es wenigstens zum Teil nach Plan: Susanne Papendick konnte mit einem entspannten 285er Start und viel Vorfreude auf die nachmittägliche Motorrad-Tour ihre eigenen Ansprüche zufriedenstellen, und Stefanie Polej war trotz 266 Ringen mit sich im reinen: „wenn Du Dir halt eine 32er Passe leistest, ist eben nicht mehr drin“, so das nüchterne Fazit, „mit dem Rest bin ich aber für den aktuellen Stand zufrieden.“ Aufgrund der Startaufstellung mit dem Motto „Niedersachsen unter sich“ gab es sowieso keinen Grund zur Klage, fanden Steffi und die Neu-Meßkircherin Dorothee Schmitz, die sich entsprechend köstlich über die eine oder andere Gemeinsamkeit aufgrund der Herkunft amüsieren konnten.

Mit einer 200-Ringe-Punktlandung hatte auch Christine Straub einen ordentlichen Einstand abgeliefert, und so harrten alle drei der Dinge, die da noch kommen sollten. In der zweiten Hälfte änderte sich das Geschehen dann um einiges. Simona Weszelovszky, die schon im  ersten Durchgang mit 281 Ringen Kontakt an die Spitzenfrau Susanne hatte halten können, lieferte 272 weitere Zähler und kam so auf 553 Ringe. Steffi leistete sich ganz in guter Tagessitte eine weitere 32, kam damit auf 268 Ringe und 534 Zähler in der Endabrechnung. Damit war zumindestens Platz drei sicher. Die Abschlußwertung würde also davon abhängen, wie sich Susanne schlagen würde.

Bei ihr lief es mehr als holperig, die Lockerheit des Vormittags hatte sich nicht ganz halten wollen. Zu groß war offenbar schon die Vorfreude auf den Nachmittag, so daß sich einige leichte Fehler einschlichen, die sich am Ende aber unangenehm summierten: mit 241 Zählern reichte es am Schluß nur noch für 526 Ringe und Platz drei. Ärgerlich, aber das war es das tolle Wetter und die weiteren Aussichten nun doch nicht wert. „Moped“ raus und ab damit !! Gute Laune hat immer Vorfahrt. Christine konnte die 200 Ringe aus Durchgang eins leider nicht wiederholen. Mit 192 weiteren Zählern kam sie auf 392 und damit Platz sechs hinter den beiden Meßkircherinnen Doro Schmitz und Bernhardine Kraus. Die Teamwertung holten sich Steffi, Susanne und Altersklasse-Starterin Doris Mühlfriedel mit 1540 Ringen.

Eine Woche nach dem Test-Turnier im Rahmen der Litzelstetter FITA-Runde wollten Christopher Borho und die beiden Aschpurwis-Brüder Felix und Moritz einiges noch besser machen, nämlich gute Resultate aus dem ersten Durchgang nicht in der zweiten Hälfte leichtfertig vergeben. Der erste Teil der Gesamtaufgabe, nämlich einen guten Start zu liefern, gelang Christopher und Felix recht gut. Mit 244 bzw. 249 Ringen hatten sie sich im Mittelfeld plaziert. Aber auch an diesem Wochenende wollte es mit einer besseren zweiten Halbzeit nicht so recht klappen: für Christopher langte es zu 207 Ringen und damit für ein 451er Endergebnis. Bei Felix kamen 190 Zähler hinzu, und so erreichte er 439 Ringe. Damit fanden sich die beiden auf den Plätzen neun und elf wieder. Moritz schaffte zwei gleichmäßige Durchgänge, aber leider keinen Ausreißer nach oben. So blieben 383 (181, 182) Ringe und Rang 13.

Das Treppchen machte einmal mehr die „Burschenschaft von der Höri“, also vom SV Weiler, unter sich aus. Nick de Boni war wie Niels Huber in das Aufgebot des SBSV für die Jugendverbandsrunde berufen worden und lieferte in München zählbares ab. Mit exakt 600 Ringen (294, 306) bliebe ihm am Ende Platz zwei hinter seinem Teamkollegen Philipp Sturm (605; 308, 297). Dritter wurde Michael Kiene mit 583 Zählern (287, 296). Dementsprechend ging natürlich auch die Mannschaftswertung an den SV Weiler Höri. Nick und Michael gewannen mit Thomas Stoffel Gold, zweite wurden Niklas Maurer, Sebastian Neller und Philipp Sturm vor dem TV Meßkirch mit Anna Kempf, Tobias Heidenberger und Jan Renz. Der vierte Platz blieb am Ende für Felix, Moritz und Christopher, die aber wahrscheinlich Anfang Juli die Gelegenheit bekommen, dieses Resultat noch um einiges zu verbessern.

In der Jugendklasse sollte es in diesem Jahr ebenfalls erstmalig seit längerem wieder einen Vergleich mit „örtlichem Abstand“ geben. Niels Huber war kurzfristig in den SBSV-Kader für die Jugendverbandsrunde der Saison 2011 berufen worden. Und so kämpfte er am Wochenende in München um Ringe während seine Mitstreiter sich in Daisendorf entsprechend in den Wettkampf begaben. Mit 578 Ringen (290, 288) lieferte Niels ein ordentliches Ergebnis ab. Im Fernduell mit seiner Bezirks-Konkurrenz setzte er sich am Ende deutlich gegen Sebastian Völklein vom SV Oberuhldingen durch, der 550 Ringe (285, 265) erreichte. Dritter wurde mit 513 (275, 238) Ringen Patrick Götz von der SG Singen 04. Ein bißchen zu kurz durch diverse Terminprobleme kommt aktuell bei Justin Schuldes das Training. Trotzdem konnte er mit 432 Ringen (222, 210) ein recht gutes Resultat erreichen. Keine Frage: sobald die anderen Verpflichtungen wieder etwas weniger werden, geht es auch hier weiter bergauf.

Bei den Junioren war die Favoritenposition schon lange eindeutig besetzt. Aller Erwartung nach sollte es für die SVL-Starter Frank Nietsch und Mario Straub hier nur um Platz zwei hinter Adrian Massler vom SV Weiler Höri gehen. Am Ende kam dann auch alles wie erwartet: Adrian Massler holte sich souverän den Titel des Bezirksmeisters. Mit 580 Ringen (283, 297) blieb er klar vor Frank Nietsch. Der konnte sich mit 513 Zählern (250, 263) gegen seinen Team-Kameraden Mario Straub durchsetzen, der auf 431 Ringe (198, 233) kam. Bei den Juniorinnen hatte Annkathrin Heisler einen guten Start erwischt und konnte sich, was die Zwischenergebnisse angeht, erfolgreich an Papa Matthias klemmen. Am Ende fehlte dann aber doch etwas die Kraft und entsprechend gingen die Ringzahlen etwas in die Knie. Für 371 Ringe (186, 185) gab es dennoch Gold und gemeinsam mit Frank und Mario den Titel in der Mannschaftswertung.

In der Altersklasse kämpften Matthias Heisler und Josef Straub einmal mehr mit dem stärksten Gegner der aktuellen Saison, nämlich mit sich selbst. Rund läuft es gerade bei beiden nicht wirklich, und so gab es viel Licht und Schatten, also gute wie weniger gute Wertungspfeile. Am Ende kam Matthias auf 423 Ringe (221, 202) und Platz 11. Josef konnte sich 475 Zähler (258, 217) und damit Platz 9 sichern. Weitaus besser lief es da bei Jürgen Häge und Peter Nietsch. Zwar blieb am Ende für Hägar nur der undankbare vierte Rang, aber mit 514 Ringen (254, 260) war der Abstand auf den dritten, den amtierenden Landesmeister Michael Margraf von der SG Singen 04, mit 36 Ringen (550; 272, 278) doch ausreichend groß, so daß kein Frust aufkommen musste. Überragend aus SVL-Sicht auch an diesem Wochenende war die Leistung von Peter Nietsch. Mit einem tollen Start von 292 Ringen hatte er der Konkurrenz gleich im ersten Durchgang gezeigt, in welchem Bereich es um den Titel gehen würde. Mithalten konnte hier keiner. Zwar gab Peter in der zweiten Hälfte mit 282 Ringen doch einiges an Möglichkeiten ab, blieb am Ende aber doch deutlich vorne. Bezirksmeister mit 574 Zählern: Peter Nietsch. Zweiter wurde Victor Weszelovszky vom SV Daisendorf mit 559 Ringen (276, 283) vor Michael Margraf.

Die Mannschaftswertung in der Altersklasse ging an den TV Meßkirch in der Aufstellung Jürgen Kraus, Helmut Lang und Martin Pfaff (1477). Zweite wurden Peter Nietsch, Josef Straub und Matthias Heisler mit 1472 Zählern, dritte ihre Teamkollegen Jürgen Häge, Eberhard Mühlfriedel und Heiner Hahn. Letztere hatten das Team in der Altersklasse aufgefüllt, waren aber, wie üblich, in der ihnen „angestammten“ Seniorenklasse auf die Jagd nach guten Einzelplazierungen gegangen.

Hier machte am Ende Eberhard Mühlfriedel seine Sache am besten. Für 548 Ringe (280, 268) gab es am Ende Gold vor einem weiteren Eberhard, nämlich Eberhard Kohnle vom BC Markdorf. Er erreichte 540 Ringe (259, 281) und lieferte damit fast schon ein spiegelsymmetrisches Resultat zum „Litzelstetter Eberhard“. Dritter wurde mit 519 (255, 264) Zählern Siegfried Muzenhardt vom SSV Widerhold Singen. Heiner Hahn landete in der Einzelwertung auf Platz sechs und überlegte bereits in der Halbzeitpause, wie er sich mehr Trainingszeit unter der Woche freischaufeln kann. „Wird schon irgendwie“, so sein Rückblick auf den Wettkampftag und die weiteren Aussichten.

Umgekehrte Verhältnisse in der Familie Mühlfriedel im Gegensatz zu den Kreismeisterschaften gab es in Daisendorf. Anfang des Monats hatte Doro noch ein wenig vor Eberhard gelegen und wollte nun eigentlich diese frisch errungene familieninterne Spitzenposition wenn möglich festigen. Doch ein paar verkorkste Pfeile im ersten Durchgang ließen diesen Wunsch in weite Ferne rücken. Mit 235 und 245 Ringen hatte Eberhard dann doch wieder einigen Vorsprung herausgearbeitet. Für 480 Ringe gab es dennoch den Titel in der Damenaltersklasse. Nun darf man natürlich gespannt sein, wie sich die Landesmeisterschaften im Juli entwickeln werden und ob es erneut einen Positionswechsel bei den beiden geben wird.

 

Was noch ?

„Und, wie läuft’s denn so ?“ S. R. aus M.

„Ich bewege mich im Rahmen meiner Möglichkeiten.“ B. K., ebenfalls M.

 

P.S.

Bei Stefan geht’s bergauf, kein Fall für eine intensivere Behandlung mit unbekanntem Ausgang. Glück gehabt !

   

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