Viel Lamento am Vormittag und zufriedene Gesichter am Nachmittag, so endete für die Starter des SV Litzelstetten die Bezirksmeisterschaft der Bogenschützen in Steißlingen. Erneut das Bestergebnis lieferte Christian Wild, der sich im Vergleich zu den Kreismeisterschaften minimal steigern konnte und 573 Ringe erzielte. Bemerkenswert war aber ein weiteres Mal die Leistung von Kai Haberbosch, der auf seine Leistung satte 41 packen konnte und mit 551 Zählern zweiter wurde. Die Schützenklasse bleibt damit das Paradepferd des SVL, wenngleich auch in den anderen Wettkampfgruppen gute bis sehr gute Resultate erzielt wurden.

Nach dem Überraschungsauftritt von Kai Haberbosch in der Schützenklasse bei den diesjährigen Kreismeisterschaften blickten natürlich alle Teilnehmer des SV Litzelstetten mit großem Interesse auf seinen zweiten Saisonauftritt, bei dem Kai selbstredend sein Ergebnis verbessern wollte. Allerdings mußte man auf seinen Auftritt wie auch auf den des Top-Favoriten Christian Wild bis zum Nachmittag warten, wogegen das Gros der SVLer bereits am Vormittag an die Schießlinie mußte. Für das frühe Aufstehen wurden diese aber durch einen herrlichen Sonnenaufgang sowie das herrliche Winterwetter entschädigt, das anschließend zum Spaziergang einlud.

Vielleicht lag es ja auch an den verlockenden Bedingungen von draußen, daß die große Mehrheit der Starterinnen und Starter am Vormittag gar nicht so recht klar kam und nahezu ständig lamentierte. So ziemlich jeder konnte über irgendein Problem berichten, und wenn man alle addiert hätte, so wäre sicher ein neues Lehrbuch zur Fehleranalyse zusammengekommen. So aber kämpften alle mit sich und ihrem Material, egal ob Recurve- oder Compound-Schütze, Erwachsene oder Jugend, Damen oder Herren.

Bei den Damen murrten im Grunde alle Starterinnen über dieses oder jenes, als Hauptübel wurde zumeist der fehlende Endzug ausgemacht. Am besten kam noch Stefanie Polej zurecht, die auf 270 Ringe kam und über das Ergebnis nur staunen konnte: so ein Resultat, so ganz ohne Rückenspannung, das geht ja eigentlich gar nicht ! Und so bleibt auch bei ihr die Frage unbeantwortet, was im Optimalfall einmal möglich wäre. „Irgendwie lief’s wie am letzten Wochenende in Otterstadt. Auch da hatte ich immer wieder Phasen, in denen es wirklich gut lief, und dann war’s wieder wie ausgewechselt und nichts wollte so recht zusammen passen.“ Im zweiten Durchgang änderte sich nicht wirklich viel, es kam nur ein Fehlschuß dazu, der die Laune gehörig verhagelte – am Ende aber dann doch nur noch für Schmunzeln sorgte, weil sich auch die Konkurrentinnen selbige leisteten. Mit 267 Ringen aus der zweiten Runde blieben am Ende 537 Ringe und Platz eins. Zweite wurde, wie auch schon bei den Kreismeisterschaften, Susanne Papendick. Vor allem im ersten Durchgang kam sie gar nicht zurecht und schimpfte mehr als einmal mit sich selbst. Nach der Pause lief es dann deutlich besser, und zu den 254 Ringen kamen 275 hinzu, Silber für 529 Ringe und die Gewissheit, daß es deutlich besser gehen kann – und bei den Landesmeisterschaften hoffentlich auch wird. Hier möchte sie schon, wenn trotz des eingeschränkten Trainingspensums möglich, gerne ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Dritte wurde die Dauerkonkurrentin vom BC Markdorf, Simona Weszelovszky. Mit 261 und 264 Ringen lieferte sie einen konstanten Wettkampf ab und konnte sich mit 525 Ringen Bronze sichern. SVL-Starterin Doris Mühlfriedel leistete sich zwei Fehlschüsse, kam aber mit 501 Zählern (255, 246) noch knapp über die 500er Marke. Ihr blieb der undankbare vierte Rang vor Bernhardine Kraus vom TV Meßkirch. Kirsten Keller verschenkte nicht nur Platz fünf sondern verpaßte leider auch den Sprung über die 400 Punkte Grenze. Mit 195 Ringen hatte es in der ersten Hälfte noch ganz gut ausgesehen, aber danach mußte sie einiges an Ringen abgeben und schaffte 171 Zähler. Vielleicht steckte ihr anteilig noch der Vortagswettkampf in den Knochen. Hier hatte sie in der Bezirksoberliga ihren ersten Auftritt und konnte zahlreiche gute Treffer zu den wichtigen Matches beisteuern. Die Leistungskurve zeigt jedenfalls nach oben. Sechste wurde Christine Straub, die im ersten Durchgang viele Schwierigkeiten hatte und so recht auch nicht wußte, woran es lag. Danach ging es deutlich besser weiter, und am Ende schaffte die Neue im SVL doch noch ihre 300 Ringe (123, 177). Bis zur Außensaison bleibt nun auf jeden Fall genug Zeit, an sich selbst zu arbeiten und dann im Freien mit frischem Elan an die Sache heranzugehen.

Die Damenmannschaft holte mit 1567 Ringen den Titel, stellt sich aber bereits jetzt auf Konkurrenz ein: mit der SG Villingen könnte ein echter Brocken bei den Landesmeisterschaften auf Stefanie Polej, Susanne Papendick und Doris Mühlfriedel warten. Mit Tina Knöbel und Kathrin Haas führen zwei SBSV-Top-Schützinnen das neu formierte Team sicher mit den entsprechenden Ambitionen in den Wettkampf. Viel wird also wohl auch von der Tagesform im Januar abhängen, aber Bange machen gilt nicht: „Wir treten nicht an, um zweite zu werden, das muß doch als Titelverteidiger die Devise sein, auch wenn es schwierig werden dürfte.“ Auf jeden Fall ist die Konkurrenzsituation für die drei dann neu, hatte es doch in den letzten Jahren kein zweites Team auf Landesebene gegeben.

Bei den Herren hatte am Vormittag Stefan Windmüller ohne seine beiden Teamkollegen den Wettkampf bestreiten müssen. Am Ende erreichte er mit seinen 450 Ringen (217, 233) das Minimalziel, war aber natürlich nicht wirklich zufrieden. Immerhin, die Steigerung aus dem zweiten Durchgang nahm er als gutes Zeichen, hatte es doch bei der Vereinsmeisterschaft noch „ganz übel“ ausgesehen. So kann er nun den Blick nach vorne auf die im Januar in Konstanz stattfindenden Landesmeisterschaften richten, denn seine beiden Mitstreiter gedachten, entsprechende Ringe auf das Mannschaftsergebnis zu packen, so daß auch für ihn die Qualifikation schon vorzeitig feststehen dürfte. Auf Kurs findet sich aktuell der alte und neue Bezirksmeister Christian Wild, der mit 573 Ringen (285, 288) ein Stückchen an seiner Saisonbestleistung schraubte. Natürlich soll dieses Ergebnis nicht das letzte Wort gewesen sein, warten doch bei den Titelkämpfen des SBSV einige Konkurrenten auf das Kräftemessen. Vor allem auf einen direkten Schlagabtausch mit Alexander Sobczyk freut sich Christian sehr. Der Starter der BSG Riegel wird dann sicher seinem Regionalliga-Kapitän keinen einzigen Ring schenken und ihm den gewünschten heißen Kampf liefern. Lachender Dritter könnte am Ende aber Kai Haberbosch sein, der mit 551 Ringen (278, 273) im Bereich seiner bisherigen Bestleistung rangierte. Damit gelang ihm trotz langer Pause – schließlich hatte er im vergangenen Jahr sämtliche Einzelwettbewerbe ausgelassen und nur als Ersatzmann in der Ligamannschaft zur Verfügung gestanden – der rasche Anschluß an die Juniorenzeiten. Sollte er noch etwas zulegen können, müssen sich die bisherigen Favoriten auf einen weiteren Konkurrenten einstellen. Die SVL-Fans blicken damit einem ersten spannenden Saisonhöhepunkt entgegen und sollten ihren Startern auf jeden Fall die Daumen drücken.

Dritter hinter dem Litzelstetter „Dream-Team“ wurde der „Doppelstarter“ Harry Kempf vom TV Meßkirch: Ihm reichte der bloße Wettkampf im Recurve mit 60 Schuß nicht, er wollte eine echte Herausforderung. So lieferte er nicht nur die 524 Ringe (262, 262) in der Schützenklasse und holte sich Bronze, sondern parallel dazu „ganz nebenbei“ auch noch Bronze mit dem Compound mit 532 Zählern (273, 259). Hier waren nur Reinhold Flad (SV Radolfzell, 541) und Thomas Maier (SSV Widerhold Singenn, 539) besser. Damit widerlegte er ein weiteres Mal das Vorurteil, man könne nicht an einem Tag in zwei Disziplinen erfolgreich antreten. Schon in der Außensaison hatte er ja dieses Kunststück abgeliefert. Mit seinem Endergebnis, quasi als „Best of the rest“, war er dann auch außerordentlich zufrieden. Ob man ihn auch bei den Landesmeisterschaften mit seinen beiden Bögen erleben darf, wird man dann sehen ... . Vielleicht entscheidet er sich ja am Ende auch für die langweilige Variante mit nur einem von beiden. Als vierter SVL-Starter quälte sich Sigmar Papendick vor allem gegen Ende des zweiten Durchgangs und leistete sich ein paar ungeliebte „M“s. Mit 432 Ringen (224, 208) reihte er sich auf Platz elf direkt hinter Stefan Windmüller ein. Für ihn ist die Hallensaison beendet, aber nun bleibt endlich die Zeit, sich intensiv mit Material und Technik zu befassen und damit einem seiner leidenschaftlichen Hobbies zu frönen.

Fast schon erwartungsgemäß holten Christian Wild, Kai Haberbosch und Stefan Windmüller das Mannschaftsgold in der Schützenklasse. Mit 1574 Ringen blieb ein sehr gutes Ergebnis stehen, was zum deutlich Sieg reichte. Stefan Rieger, Jürgen Kraus und Horst Brucker erreichten für den TV Meßkirch 1467 Ringe und wurden vor der SG Singen 04 in der Besetzung Michael Margraf, Roland Kunert und André Göhring, 1330 Ringe, Silbermedaillengewinner.

In der Schülerklasse A konnte Lukas Mühlfriedel sein Ergebnis von den Kreismeisterschaften steigern. Mit 462 Ringen (233, 229) mußte er nur Sebastian Völklein vom SV Oberuhldingen mit 505 Zählern (254, 251) den Vortritt lassen. Rolf Walter vom BSC Konstanz wurde dritter und schaffte 459 Ringe (230, 229), damit blieb für Patrick Strobel nur der undankbare vierte Platz. Im zweiten Durchgang zeigte der Newcomer mit 249 Ringen erstmalig, was er in den letzten Trainingseinheiten gelernt hat. Am Ende blieb die Schnapszahl von 444 und bei Patrick auch die Erwartung, es beim nächsten Mal in der ersten Hälfte deutlich besser zu machen als die 195 Ringe abzuliefern. Enttäuscht waren die zwei über das Fehlen von Lukas Peter. Dadurch fehlte dem Team der dritte Starter und die sichere Mannschaftsmedaille war damit futsch, schade.

Einmal mehr kämpfte in der Jugendklasse Niels Huber vor allem mit sich selbst. Seine zwei Mal 217 Ringe konnten ihn nicht im geringsten zufrieden stellen. Bei seinem aktuellen Wachstumsschub und der Materialumstellung geht es aber in dieser Saison vor allem um die weitere Stabilisierung und den allmählichen Formaufbau, wartet doch in der Außensaison erstmalig die 60 m Distanz auf ihn. Am Ende blieb ihm der fünfte Platz. Erster wurde Rene Brucker vom TV Meßkirch, der sich erstmalig gegen die Konkurrenten durchsetzen konnte und seine Trainer mächtig stolz machte: „Endlich hat er’s einmal geschafft, das ist ganz toll“, freute man sich. Mit 481 Ringen (239, 242) hielt er am Ende seinen Teamkollegen Marcel Pfaff, der 465 Ringe (231, 234) ereichte, auf Distanz. Dritter wurde vom SV Weiler Höri Max Borgmann mit 459 Ringen (210, 249). Valentin Kolandt war vor allem mit seinem ersten Durchgang ziemlich zufrieden. Zwar folgten den 205 Ringen dann leider nur noch 188, so scheiterte er mit seinen 393 Ringen ganz knapp an der 400 Ringe-Grenze, aber die deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Kreismeisterschaften ließ ihn trotzdem strahlen. Für ihn blieb damit Platz acht.

In der Juniorenklasse B setzte sich nach seinen tollen Ergebnissen vom Ligawettkampf des Vortags Adrian Massler vom SV Weiler Höri gegen die Konkurrenz durch. Den Start für die zweite Ligamannschaft des SVL – der SV Weiler Höri stellt in dieser Disziplin kein eigenes Team, erteilte aber seinem Juniorentalent eine Startfreigabe, um ihm wichtige Erfahrungen zu ermöglichen – steckte er locker weg. Phasenweise knüpfte er an die enorm starken Leistungen vom Samstag an und schwächelte nur im zweiten Durchgang etwas. Mit den 535 Ringen (271, 264) dürfte er noch längst nicht seine Bestleistung abgerufen haben, vielleicht gelingt ihm das ja im Rahmen der Landesmeisterschaften. Zweiter wurde Frank Nietsch vom BSC Konstanz mit 503 Ringen (254, 249), Bronze ging an Marcel Brucker vom TV Meßkirch mit 443 Zählern (212, 231). Vom SVL konnte Mario Straub zu keiner Zeit an seine Trainingsresultate heranreichen. Viele leichte Fehler führten zu ungezählten Fehlschüssen, und so war das Endergebnis in Höhe von 307 Ringen (144, 163) keine echte Überraschung mehr. Am Schluß reichte es noch für Platz fünf.

Besser machte es sein Vater Josef in der Altersklasse. Zwar verpaßte er sein Traumergebnis von 500 Ringen, das nach dem ersten Durchgang von 253 Zählern durchaus noch im Rahmen des möglichen gelegen hatte. In der zweiten Hälfte mußte er aber deutlich Federn lassen. Nur 223 Ringe kamen zu dem vorherigen Resultat hinzu, am Ende also in der Summe 476 Zähler. Damit blieb ihm Platz sieben und das Minimalziel, die 450 Ringe übertroffen zu haben. Noch besser machte es Jürgen Häge, der trotz einiger Sorgen einen recht guten Wettkampf lieferte und seine Vortagsergebnisse aus der Liga bestätigen konnte. Silber gab es für seine 514 Ringe (259, 255), weil Victor Weszelovsky vom BC Markdorf es mit 539 Ringen (270, 269) dann doch um einiges stärker war. Dritter wurde Andreas Twardon, ebenfalls BC Markdorf, mit 496 Zählern (244, 252). Hermann Pretzel kämpfte mit technischen Problemen und mußte sich am Ende mit Platz elf zufrieden geben (395; 193, 202). Für die Mannschaft gab es am Ende mit 1385 Ringen Silber hinter dem überragenden Team vom BC Markdorf. Victor Weszelovszky, Andreas Twardon und Heiko Wingart siegten mit 1527 Ringen. Bronze ging an Martin Pfaff, Stephan Pätz und Rainer Konrad vom TV Meßkirch, die mit 1380 Zählern knapp hinter dem Litzelstetter Team landeten.

Eberhard Mühlfriedel konnte seine Saisonbestleistung in der Seniorenklasse erneut steigern. Mit 561 Ringen ließ er die Konkurrenz weit hinter sich. Eberhard Kohnle vom BC Markdorf bekam für 511 Ringe (264, 247) Silber, Bronze ging an Karl-Heinz Weber vom BSC Konstanz (500; 253, 247).

Mit insgesamt fünf Titeln und fünf Vizemeisterschaften geht der SVL nun in die Weihnachtspause. Im neuen Jahr wird als erstes die Regionalligamannschaft wieder ins Geschehen eingreifen. Am 10. Januar reist das Team zum dritten Saisonwettkampf nach Welzheim. Dort will der Überraschungstabellenführer an die guten Leistungen aus dem ersten Wettkampf von Karlsruhe anknüpfen und erneut gegen die starke Konkurrenz bestehen. Wenig später warten dann bereits die Landesmeisterschaften, die im Jahr 2009 in Konstanz, also direkt vor der eingenen Haustüre ausgetragen werden. Man darf gespannt sein, wie sich die Starterinnen und Starter dort behaupten können.

 

   

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