... oder von geplatzten Knoten und sonstigen Aufwärtstrends.

Bei den Bezirksmeisterschaften der Hallensaison 2010 gab es einmal mehr einen Medaillenregen für die Starterinnen und Starter des SVL. Zumindest bei der Verteilung der Einzelgoldmedaillen herrschte am Ende zwischen Männlein und Weiblein echte Gerechtigkeit: zwei hier, zwei da. Freuen durften sich – in alphabetischer Nachnamenfolge – Niels Huber, Doris Mühlfriedel, Stefanie Polej und Christian Wild über erfolgreich verteidigte bzw. neu errungene Titel. Anteilig besondere Zufriedenheit dürfte vor allem bei Niels herrschen, der seinen deutlichen Aufwärtstrend fortsetzen konnte, allerdings an die Zielvorgabe „mach 'mal den Christian“ dann doch nicht ganz herankam. Egal, die 500er Marke ist genommen, das neue Material wird nun „warm geschossen“, dann sollte es auch entsprechend erfolgreich weitergehen.

Auch in diesem Jahr bleibt Christian Wild bis auf weiteres in der Halle im Bezirk das Maß aller Dinge. Erneut verteidigte er seinen Titel, auch wenn ihm das in diesem Jahr etwas schwerer fiel als sonst gewohnt. Ein mühsamer erster Durchgang, in dem ihn seine Bundesliga-Kollegschaft traubenartig in der Tabelle belagerte, war dann doch etwas neu. Daß diese Situation jedoch Einfluß auf das Resultat gehabt haben könnte, bezweifeln die mehr oder weniger Beteiligten dann doch. Mit nur 273 Zählern lag Christian hinter Heiko Plagwitz (279) bei Halbzeit auf Rang zwei. „Zu viel rot“, so die einfache Diagnose. Seinen Ärger leitete er entsprechend im zweiten Durchgang in den ersten acht Passen deutlich um: 232 Zähler von 240 möglichen, ein guter Start. Am Ende klemmte es jedoch wieder ein paar Mal, und so blieben nach der Pause 285 Ringe und damit ein Abschlußergebnis von 558 Zählern stehen. Nicht zufrieden, nicht unzufrieden, also irgendwo dazwischen dürfte er den Wettkampftag abhaken.

Nicht wirklich ausnutzen konnte Heiko Plagwitz Christians „akute Schwächeanfälle“. Zwar hatte er die erste Halbzeit für sich entscheiden können, aber die Bezeichnung „Halbzeit“ legt ja bereits nahe: es gibt immer zwei davon. Nach der Früh-Mittagspause konnte Heiko nicht ganz an die 279 Ringe anknüpfen. Er holte 270 Trefferpunkte dazu, kam auf 549 Zähler und wurde wie schon bei den Kreismeisterschaften zweiter. Daß sich am Ende nicht viel am KM-Treppchen änderte, dafür sorgte Jochen Schmidle vom BSV Nordstern Radolfzell, der mit 532 Ringen (259, 273) dritter wurde. Hinter Stefan Rieger vom TV Meßkirch konnte Stefan Windmüller dieses Mal wieder die 500er Marke nehmen. Zwar hatte letzterer sich im ersten Durchgang das Leben einmal mehr selbst nur schwer gemacht, mit 504 Ringen (236, 268) war er am Ende dann aber doch ganz zufrieden. So rangierte er sich auf Rang fünf ein und sorgte mit Christian und Heiko für ein gutes Team-Ergebnis von 1611 Zählern, für das es den Titel vor dem TV Meßkirch in der Besetzung Stefan Rieger, Marc Nees und Martin Pötz gab, die auf 1430 Ringe kamen.

Bei den Damen freute sich in dieser Hallensaison erstmalig eine ganz besonders. Stefanie Polej hatte sich zwar nicht wirklich für die Titelverteidigung in diesem Jahr interessieren wollen – und sich für entsprechende Aufgabenstellungen auch nicht ansatzweise empfehlen können – aber am Ende blieb ihr dann doch keine echte Wahl mehr. Erstmalig reichte es in diesem Winter für einen halbwegs M-freien Wettkampf, damit ging es dann auch über die 500 Punkte Grenze (530; 269, 261). Vor allem in der ersten Hälfte klappte es phasenweise wie am Schnürchen, die „Sandwich-Position“ auf 5D so zwischen Christian (auch auf 5) und Heiko (6C) schien ihr durchaus zu gefallen. Am Ende störte sie sich auch nicht wirklich am fast schon obligatorischen Fehlschuß, schließlich hatten bei den Kreismeisterschaften davon noch acht Stück zu Buche geschlagen. „Die Formkurve zeigt endlich nach oben“, strahlte sie. Damit hat sich dann auch das Durchhalten in den diversen Trainingseinheiten beim Ausloten der Frustrationstoleranzgrenze bezahlt gemacht. Nun heißt es festigen und ausbauen, damit im Januar dann der Bundesligawettkampf kommen kann.

Die zweite des Tages, Susanne Papendick, war am Ende ein wenig frustriert, hatte sie ihr Einstandsergebnis aus der ersten Hälfte von 273 Zählern nicht halten können. „Mir fehlte total die Kraft“, mußte sie konsterniert feststellen. So kamen zum Schluß 252 Ringe hinzu, und Susanne bekam für 525 Punkte Silber. Immerhin machte die Aussicht auf Latte Macchiato dann doch wieder munter, denn den gab’s hinterher zur Belohnung, aber davon später mehr. Dritte wurde der „Damen-Neuzugang“ bei den Bezirksmeisterschaften, Bernhardine Kraus vom TV Meßkirch, die mit 248 und 252 Ringen am Ende eine Punktlandung auf die 500 hinlegte. Christine Straub schrammte mit 394 Ringen (187, 207) denkbar knapp an der 400 Zähler-Hürde vorbei und wurde am Ende fünfte. Das Knacken der ersten magischen Grenze hat sie sich also für das nächste Kalenderjahr aufgehoben. Sechste wurde Beate Heisler, die sich im Vergleich zur Kreismeisterschaft deutlich steigern konnte und sich nun in aller Ruhe weiter auf die Festigung der Technik konzentrieren wird.

Ebenfalls eine deutliche Steigerung konnte Doro Mühlfriedel in der Damenaltersklasse für sich verbuchen. „Seit wir wieder gemeinsam regelmäßig trainieren, geht es schnell bergauf“, freute sie sich nicht nur über ihre eigene Leistung sondern auch darüber, daß Eberhard seinem Lieblingshobby wieder nachgehen kann. Mit 501 Zählern (248, 253) war sie jederzeit Herrin der Lage und konnte sich über die Goldmedaille vor Monika Gröner vom Gastgeberverein SSV Steißlingen freuen. „Noch fehlt mir etwas die Turnier-Routine, aber das wird sich ja entsprechend in der nächsten Zeit ändern“, meinte sie abschließend. Eine nüchterne Feststellung, keine Drohung, obwohl, na ja, hmmm, wenn’s weiter so aufwärts geht, dann ... . Ach nee, einfach nur Spaß und gute Laune beim Schießen haben, die Ergebnisse finden sich dann ganz von selbst. Vorfreude auf die nächsten Aufgaben ist also garantiert. 

'Mal den Christian machen, das war in den letzten Trainingseinheiten das Motto für Niels Huber gewesen. Mit dem neuen Material hatte er sich sehr schnell anfreunden können, allerdings vergessen, daß er in der Jugendklasse noch auf die 40 cm Auflagen schießen muß. Weil man neue Pfeile nicht gleich kaputt machen soll, blieben dann am Ende doch ein paar Ringe auf der Strecke, aber Niels war’s dennoch zufrieden. Der Knoten scheint jedenfalls endgültig geplatzt, zumindestens halb. Überzeugenden 261 Zählern aus der ersten Hälfte folgten weitere 244. Damit gelang ihm in diesem Wettkampf der Sprung auf 505 Ringe. Dafür gab es Gold vor Marcel Pfaff und Rene Brucker vom TV Meßkirch, die auf 485 (243, 242) bzw. 480 (240, 240) Zähler gekommen waren. Patrick Strobel konnte sein Ergebnis von den Kreismeisterschaften ein wenig verbessern und landete am Schluß auf Platz sechs.

Einen gleichmäßigen Wettkampf legte Justin Schuldes bei den Schülern A hin. Bisher hatte er stets einen deutlichen „Ausrutscher“ dabei gehabt, dieses Mal pendelte er sich mit 213 und 215 Ringen bei einem Endergebnis von 428 Zählern ein. Leider fehlte bei diesen Bezirksmeisterschaften die Halbzeit mit dem „Schwung nach oben“, so daß er nicht ganz an sein Resultat von vor zwei Wochen herankommen konnte. Zum Schluß blieb für ihn hinter einer Wand von sechs Weiler Höri Schützlingen, die von Nick de Boni mit 534 Ringen angeführt wurden, und Max Kloss von der SG Singen 04 Rang acht. Bei den Mädchen kam Zoe Heisler, die zierlichste von allen, auf Rang sieben.

Das Glück war auch dieses Mal bei den B Junioren Mario Straub nicht ganz hold. Zwar hatte er dieses Mal endlich geschafft, was er sich vorgenommen hatte, nämlich einen guten ersten Durchgang hinzulegen. Mit 246 Ringen hatte er in der Zwischenwertung hauchknapp vor Frank Nietsch (245) vom BSC Konstanz gelegen, aber irgendwie wollte Mario es dann wohl doch so machen wie bisher: eine „andere“ zweite Hälfte abliefern. Auch das glückte (Mensch, Mario !). Mit 207 Ringen blieben zahlreiche Treffer auf der Strecke, und so mußte er einmal mehr dem Frank den Vortritt auf das Podest lassen. Für 464 Ringe (245, 219) holte sich Frank Nietsch die Goldmedaille, Mario Straub wurde mit 453 Zählern (246, 207) zweiter. Als drittem gelang Valentin Kolandt zum ersten Mal der Sprung über die 400 Ringe Marke. Er freute sich zum Schluß riesig über 411 Punkte (193, 218) und über die gewonnene Bronzemedaille, die damit sicher wertvoller sein dürfte als diejenige, die er bei den Kreismeisterschaften errungen hatte. Nico Schönwald wurde in der Endabrechnung siebter. Die Mannschaftswertung konnten Mario und Valle gemeinsam mit Annkathrin Heisler vor dem SV Weiler Höri (Alice Massler, Julia Mendrok, Felix Hepfer) gewinnen. Gold gab es für 1203 zu 1108 Ringe.

Annkathrin Heisler konnte auch in diesem Wettkampf ihre Saisonbestleistung steigern. Für 339 Ringe (151, 188) gab es am Ende Bronze hinter Alice Massler und Julia Mendrok vom SV Weiler Höri. Alice durfte dabei über das ganze Gesicht strahlen: dieses Mal hat es mit 416 Ringen geklappt, über die 400er Grenze zu kommen. Dies gelang wohl vor allem deshalb, weil sie sich in der Pause von allen Seiten beschwatzen ließ, nicht daran zu glauben, daß sie die zweite Hälfte einfach „nie so gut wie die erste“ hinbekommen würde. Ziel erreicht.

In der Altersklasse konnte Jürgen Häge dieses Mal nicht ganz an die Leistungen von vor 14 Tagen anknüpfen. Ein paar kleinere bis größere Sorgen hatten sich glücklicherweise vor Wettkampfbeginn aufgelöst, und so kann in der nächsten Zeit der Sport dann wieder zu einer richtig schönen Nebensache werden. Mit 501 Ringen (244, 257) konnte er sich aber immer noch eine Medaille schnappen: es gab Bronze für Hägar. Und das war dann auch noch relativ knapp. Michael Margraf von der SG Singen 04 hatte mit 504 Zählern (244, 260) hauchdünn die Konkurrenz gewinnen können. Zweiter wurde Andreas Twardon vom BC Markdorf mit 502 Ringen (259, 243). Einträchtig im Gleichschritt marschierten Josef Straub und Hermann Pretzel auf die Plätze 13 und 14. Beide schafften 434 Ringe, wobei Josef (239, 195) für seine mehr geschossenen Zehner den besseren Rang bekam als Hermann (214, 220). Riesige Freude herrschte bei Matthias Heisler. Während andere Einsteiger in das Bogen-Metier bereits mit dem ersten Loch in der Form kämpfen müssen oder mußten, kennt bei ihm der Leistungsabruf nur eine Richtung: aufwärts. 465 Ringe (239, 226) bedeuteten neue persönliche Bestleistung und mit Platz neun einen Rang in den Top Ten. Auch Heiner Hahn dürfte mit seinem Abschneiden recht zufrieden sein. In der zweiten Hälfte konnte er sein Ergebnis deutlich verbessern, und so blieben am Ende 319 Ringe (139, 180) und die Gewissheit, daß es nun endlich voran geht. Die beiden Teams wurde in der Zusammensetzung Jürgen Häge, Josef Straub und Hermann Pretzel sowie Matthias Heisler, Heiner Hahn und Eberhard Mühlfriedel (Einzelwertung Seniorenklasse) zweite mit 1369 bzw. dritte mit 1266 Ringen. Der Titel ging für 1449 Ringe an den TV Meßkirch mit dem Dauerdoppelstarter Harry Kempf sowie Horst Brucker und Martin Pfaff.

Eine bessere Plazierung in der Seniorenklasse war für Eberhard Mühlfriedel im ersten Durchgang auf der Strecke geblieben. Da dieses Mal der Einstieg nicht ganz so gut gelang wie die zweite Hälfte (231, 251), gab es am Ende für 482 Ringe leider nur „Holz“ auf Platz vier hinter Siegfried Muzenhardt (SSV Widerhold Singen), Eberhard Kohnle (BC Markdorf) und Karl-Heinz Weber (BSC Konstanz), die die Medaillen unter sich ausgemacht hatten. Dennoch konnte sich Eberhard über sein gutes Ergebnis freuen und schaut optimistisch in Richtung Januar, wo er beim Konstanzer Hallenturnier weitere Praxis nach der langen Wettkampfpause sammeln will. Als siebtem gelang Horst Maas mit 409 Ringen ein weiteres achtbares Ergebnis. Die 199 Ringe aus dem ersten Durchgang waren kein Grund aufzustecken, in diesem Wettkampf glückte in der zweiten Runde mit 210 Zählern ein gutes Endergebnis und ein schöner Jahresabschluß.

Sonstiges

„Das Schwein faßt keiner an !“ – mit dieser Parole lief es bei den Bezirksmeisterschaften für die SVL-Schützen deutlich besser als noch vor Wochenfrist beim Liga-Termin. Hier hatte man die geliebte Sau noch stolz herumgereicht und darauf verwiesen, daß das Drücken derselben Glück bringt (was dann ja auch im wesentlichen für die anderen Teams zutraf). Dieses Mal behielt man das Tier für sich, und siehe da, es lief zumindest zum Teil doch deutlich besser. Hätte vielleicht vorher 'mal jemand sagen sollen ... .

Toll war’s, am Nachmittag im Café Windmüller. Latte Macchiato, Milchkaffee und diverse Köstlichkeiten sorgten bei den um den Tisch versammelten Leuten für beste Laune. Zum Glück waren genug Kekse da, sonst gäbe es sicher noch einiges mehr oder weniger Druckreifes zu berichten. Aber mit vollem Munde soll man nicht sprechen, und diese erzieherische Maßnahme wirkte bei allen Betroffenen, sicher nicht zum Nachteil der Berichterstattung ... . 

 

   

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