Schwierig würden die diesjährigen Bezirksmeisterschaften für den SV Litzelstetten werden, das stand bereits im Vorfeld fest. Christian Wild musste seine Saison nun endgültig verletzungsbedingt beenden, und so entschied sich am Ende dann auch Heiko Plagwitz verständlicherweise dafür, die Segel zu streichen. „Bis zu den Landesmeisterschaften hätte ich am Ende nur ein Mal trainieren können. Die Mannschaft hätte ich aber keinesfalls hängen gelassen. Nur unter den aktuellen Vorzeichen ist das ganze Unterfangen doch wenig sinnvoll“, hatte Heiko am Ende dann doch eingesehen, daß ein Verzicht auf den Rest der Freiluftserie durchaus sinnvoll ist. Klar, wer will sich schon eine zu erwartende „Packung“ in Wyhl abholen. Sinnvoll ist da sicher erst einmal das „Genießen des Freiheitsverlustes“ (vulgo Flitterwochen) sowie die Konzentration auf die nächsten beruflichen Aufgaben (angeblich gibt es sogar Bier auf Hawaii …). Dann kann es im Herbst mit dem nötigen Elan in die Hallensaison gehen. Und so sollten in diesem Jahr einmal die anderen die Kohlen aus dem Feuer holen. Mit Spannung ging es also zu den Bezirksmeisterschaften in Richtung Daisendorf.

Nach dem zu Beginn natürlich ungeplanten aber am Ende dann doch nötigen Saisonende für Christian Wild und Heiko Plagwitz mußte die Einzelwertung in der Schützenklasse als völlig offen gelten. Zu große Erwartungen wollte der einzige verbliebene Litzelstetter Stefan Windmüller nicht wecken, auch wenn die letzte Leistungskontrolle hatte aufhorchen lassen. „Mal abwarten, wer weiß, wie das Wetter wird“, hatte er selbst aber am Morgen die Tagesparole ausgegeben. Am Ende klappte es dann nicht ganz so gut und es blieben doch einige Ringe auf der Strecke. Mit 502 Ringen (253, 249) bliebe Stefan knapp über seinem Minimalziel, der 500er Marke. Spannung blieb dann in der Mittagspause für ein Weilchen bestehen: aktuell drittplazierter hinter den beiden Startern des TV Meßkirch, Jürgen Kraus, der sich mit 536 Ringen (272, 264) an die Spitze gesetzt hatte, und Harry Kempf, der mit 526 Zählern (272, 254) auf dem zweiten Platz rangierte, würde es reichen oder gab es im zweiten Durchgang noch Starter in der Schützenklasse ? Überraschung zum Schluß: es wurde sogar die Vizemeisterschaft, denn Harry Kempf gehörte ja in die Altersklasse – nur hatte es bis dahin niemand gemerkt – und weitere Schützen waren in der Nachmittagsgruppe nicht am Start. So kam zu guter letzt Stefan Rieger, ebenfalls vom TV Meßkirch, mit 498 Ringen (239, 259) auf den Bronzerang und sicherte die gute Meßkircher Gesamtbilanz. Gemeinsam mit Achim Lieb gewannen die Starter des TV Meßkirch entsprechend die Mannschaftswertung mit 1527 Ringen.

Auch in der Damenklasse lief nicht alles nach Wunsch. Zwar gab es für Susanne Papendick und Stefanie Polej die Plätze eins und drei, und gemeinsam mit der Starterin in der Damenaltersklasse, Doris Mühlfriedel wurde auch die Teamwertung gewonnen, aber so richtig zufrieden wollte keine sein. Nach 283 Ringen im ersten Durchgang schnaufte Susanne zunächst einmal kräftig durch. Irgendwie lief es zwar nicht wirklich rund, aber am Ende blieb doch ein ordentliches Zwischenresultat stehen. Mit 280 Zählern lag die Dauerkonkurrentin Simona Weszelovszky vom BC Markdorf knapp hinter der Führenden in Lauerposition. Als dritte konnte Steffi ihr Ergebnis von der Kreismeisterschaft um einiges verbessern, den 268 Ringen fehlt aber schon noch ein gehöriges Stück an den letztjährigen Zwischenständen. Nach der Pause mußten die drei aber allesamt deutlich Federn lassen. Durchsetzen konnte sich zu guter letzt Susanne Papendick mit 548 Ringen (283, 265) vor Simona Weszelovszky, die für 522 Ringe (280, 242) Silber bekam. Bronze ging an Stefanie Polej mit 512 Ringen (268, 244). Einig waren sich die drei: am Wetter lag’s nicht, auch nicht am Platz, Material war auch in Ordnung, also … . Hm. Zufrieden mit ihrem Ergebnis war sicherlich die dritte SVL-Starterin in der Damenklasse, Christine Straub, die ihr Bestergebnis in dieser Saison deutlich steigern konnte. Mit 444 Ringen (218, 226), der ersten Schnapszahl des Tages, wurde sie fünfte. „Wenn ich doch auch einmal mit den „Großen“ starten dürfte“, so hatte sie am morgen noch, na ja, nicht wirklich geklagt, aber doch mit ein wenig Neid auf die Scheiben zwei und drei geschielt, denn der „Startnummerngenerator“ hatte für sie mit Marcel Brucker und – ausgerechnet – Mario Straub zwei Junioren-Starter vorgesehen. Kommt Zeit, kommt Start mit den „Alten“, nur Geduld. Vielleicht gibt es ja bei den Landesmeisterschaften in Wyhl zum ersten Mal eine entsprechende Eingruppierung. Doch wer weiß, auch dort ist das entsprechende Auswerteprogramm im Einsatz (na, so weit ist es dort aber bisher noch nie gekommen, es besteht also Hoffnung).

Doris Mühlfriedel, dritte im Teamverbund der Damen, hatte einen schweren Tag erwischt. Die ganze Zeit zwickte es im Ellenbogen, keine guten Startbedingungen also. Am Ende sorgte sie gar dafür, daß in dieser Außensaison die schwarze Serie für den SVL hält, die ja durch Christian bereits Ende April direkt nach der Vereinsmeisterschaft eingeläutet worden war. Im zweiten Durchgang mußte auch Doro die Segel streichen. Eine weitere Verletzungpause im Litzelstetter Team muß damit wohl eingeplant werden. Trotz der fehlenden Ringe blieb ihr aber in der Damenaltersklasse der Titelgewinn. Nun heißt es, sich zu pflegen, um dann hoffentlich für die Landesmeisterschaften wieder rechtzeitig in Schwung zu kommen.

Zum neuen Glanzstück beim SV Litzelstetten mausert sich bei den aktuellen diversen „Herausforderungen“ in den anderen Wettkampfkategorien ganz offenbar die Altersklasse. Nach dem Ausfall von Christian und Heiko in der Schützenklasse konnte vor allem Matthias Heisler ein weiteres Mal in seinem ersten Jahr punkten. Für den Gewinn der Bezirksmeisterschaft reichte es zwar nicht – noch nicht. Ein zweiter Platz hinter Victor Weszelovszky war schon aller Ehren wert. Mit 535 Ringen (268, 267) gab es für Matthias einmal mehr eine neue Bestleistung, die zu Silber reichte. Victor holte mit 554 Ringen (271, 283) Gold. Auch Platz drei ging an den SVL: Josef Straub konnte im vereinsinternen Duell den Höhenflug von Matthias Heisler nicht stoppen, erreichte aber mit 530 Ringen (262, 268) den dritten Platz und komplettierte damit das Treppchen. Die gute Litzelstetter Bilanz der „alten Herren“ komplettierten Jürgen Häge als sechster (497; 252, 245), Heiner Hahn auf Rang 11 (366; 191, 175) und Hermann Pretzel als zwölfter (365; 160, 205). In der Mannschaftswertung kamen Matthias, Josef und Jürgen ungefährdet mit 1562 Ringen auf Platz eins. Martin Pfaff, Horst Brucker und Stephan Pötz vom TV Meßkirch wurden mit 1394 Zählern zweite. Rang drei ging an Hermann und Heiner, die zusammen mit Eberhard Mühlfriedel 1175 Ringe erzielten. Und ganz klammheimlich freute sich dann auch noch die drittplazierte bei den Damen über den tollen Auftritt „ihres“ Anfängers aus dem letzten Jahr. Da konnte sie die erste Niederlage gegen den „Frischling“ mehr als verschmerzen. Fest steht, daß alles Warten auf ein erstes Formtief bisher vergebens war. Man darf also gespannt sein, zu welchen Höhenflügen Matthias noch ansetzen kann.

In der Einzelwertung der Seniorenklasse mußte sich Eberhard Mühlfriedel mit dem undankbaren vierten Rang zufrieden geben. Zwar erkämpfte er sich zur Mittagspause mit der Schnapszahl von 444 Ringen – die zweite 444 des Tages – einen dritten Platz hinter Eberhard Kohnle vom BC Markdorf, der den Wettkampf mit 552 Ringen (273, 279) dominiert hatte, und Siegfried Muzenhardt vom SSV Widerhold Singen (536; 267, 269). Diesen mußte er am Ende aber Karl-Heinz Weber vom BSC Konstanz überlassen, der im Nachmittagsdurchgang auf 484 Ringe (248, 236) kam.

In den verschiedenen Jugendklassen gab es für die Litzelstetter Starter weitere Medaillen. Als ein recht gutes Pflaster stellt sich Daisendorf für Mario Straub dar. Zwar war er nicht wirklich zufrieden mit seinem Losglück, daß ihm einen „Familienstart“ mit Christine zugedacht hatte, aber im großen und ganzen kam er dann doch mit den erschwerten Bedingungen klar. Leider fehlten ihm in diesem Jahr auf seiner Scheibe als „Zielvorbilder“ Heiko und Christian, die Mario in der letzten Saison im Schlepptau zu einer guten Leistung geführt hatten. Doch immerhin hatte Christian als Betreuer dem SVL-Nachwuchs zur Seite gestanden und schon einmal für die neue Aufgabe beim Ladies‘ Cup in Hannover geübt, wo er die Damen dann entsprechend auf den Wettkampf einstellen muß bzw. darf. Mario machte in der Klasse der Junioren B seine Sache am besten und wurde erstmalig Bezirksmeister. Mit seinen 448 Ringen (237, 211) war er recht zufrieden, auch wenn er im zweiten Durchgang gerne etwas besser geschossen hätte. Aber das Gold, das konnte ihm am heutigen Tag keiner nehmen. Felix Hepfer vom SV Weiler Höri wurde am Ende mit 336 Ringen (184, 152) zweiter, Valentin Kolandt konnte sich mit 291 Ringen (158, 133) Bronze mitnehmen.

Bei den Juniorinnen B konnte Annkathrin Heisler zwar nicht an die herausragenden Leistungen ihres „alten Herrn“ anknüpfen, aber wer könnte das schon ? Solch einen fulminanten Start gibt es schließlich selten. Zu derartig hohen Ergebnissen fehlen ihr aktuell schlicht ein „paar Pfund“, aber auch das Problem sollte sich in nicht zu ferner Zukunft lösen lassen. Die im Training gestellten Aufgaben meisterte sie im Wettkampf am Ende recht ordentlich, auch wenn sie mit ihrer Ringzahl nicht glücklich sein mochte. Aber: ein Start auch in der Außensaison gleich im ersten Jahr beschert viele Erfahrungen, die sich irgendwann lohnen könnten. Und eine Goldmedaille, die man mitnehmen darf, das ist ja auch nicht wirklich schlecht. Letztlich war es sogar Doppelgold, denn mit Mario und Valle holte Anni auch den Titel in der gemischten Teamwertung der Juniorenklasse.

Justin Schuldes hatte in der Klasse der Schüler A bis zum Ende des Nachmittagsdurchgangs warten müssen, um sein endgültiges Ergebnis aus der Tabelle ablesen zu können. Mit 509 Ringen (259, 250) hatte er eine neue persönliche Bestleistung erreicht, über die er sich entsprechend freuen konnte. Schade nur, daß es da ja noch den SV Weiler Höri gibt … . In die grüne Phalanx auf dem Treppchen konnte er nicht eindringen. Mit vier Ringen Rückstand auf das Treppchen wurde Justin vierter. Wendel Overlack gewann mit 606 Ringen (300, 306) die Konkurrenz. Philipp Sturm wurde mit 556 Zählern (276, 280) zweiter. Rang drei ging an Nick de Boni für 513 Ringe (269, 244). Pech gehabt also, aber gegen die schiere Übermacht von der Höri ist eben so schnell kein Kraut gewachsen.

Etwas ratlos blickte Niels Huber auf den ersten Durchgang in seinem Wettkampf zurück. „Keine Ahnung, was da los war. In der letzten Einschießpasse hatte ich 56 Ringe, danach war irgendwie der Faden gerissen.“ Mit 230 Ringen war er nicht wirklich zufrieden, auch wenn es dann in der zweiten Hälfte deutlich besser lief. Knapp verfehlte Niels zum Schluß dann aber den Titel und auch den Sprung über die 500er Grenze. Mit 497 Ringen (230, 267) rangierte er hinter Marcel Pfaff vom TV Meßkirch, der mit 504 Ringen (253, 251) Bezirksmeister wurde. Rene Brucker vom TV Meßkirch landete mit 423 Zählern (202, 221) auf Platz drei. Patrick Strobel, der eigentlich in diesem Jahr noch gar nicht wieder eine volle Saison schießen wollte, weil er sich nicht sicher war, ob er nach seiner langen Pause überhaupt einen Wettkampf durchhalten könnte, kam mit ordentlichen 332 Ringen (168, 164) auf den vierten Rang.

Erkenntnisse des Tages

Hypothesen …

Variante 1: Wetter war O.K., natürlich etwas arg kühl im Vergleich zur Hitze der letzten Tage, aber es hat weitgehend gehalten, und der richtig große Regenguß kam erst in der Mittagspause. Auch der Platz war exzellent hergerichtet: viel Platz für jeden Starter, alles so, wie man es sich nur wünschen könnte. Und doch wollte es mit den richtig hohen Ergebnissen am Ende nicht wirklich klappen. Der Grund, der wurde allen erst später richtig klar: Daisendorf, das war doch was ! Zu eng an der Schießlinie, irgendwie steht man immer „schief“ zur Scheibe, und überhaupt. Das war es dann wohl, die falsche Erwartungshaltung. Alle hatten sich auf die schwierigen Bedingungen des als „giftig“ geltenden Platzes eingerichtet. Wer konnte denn ahnen, daß man ideale Bedingungen vorfinden würde ? Und so waren dann wohl alle mehr oder weniger damit beschäftigt, diese Überraschung zu verdauen. Und Verdauungstätigkeiten sind bekanntermaßen ermüdend, weil sie den Blutfluß entsprechend umlenken … .

Variante 2: „Irgendwie fehlt Heikos Schweigen.“ Aha. Vielleicht sollte man versuchen, das einmal aufzunehmen …

 

 

   

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