Auch ohne das Mannschaftsturnier wäre am 20. und 21. Oktober in Meßkirch einiges los gewesen: alle Jahre wieder wird hier in nettem Rahmen die Hallensaison so richtig eingeläutet. Vereinsmeisterschaften, na ja, die sind halt Vereinsmeisterschaften. Aber „Meßkirch“, wie das Turnier kurz überall genannt wird, das ist dann der endgültige Startschuss. Natürlich war die Sonntagsfrage, wie die Starter im Teamevent die Doppelbelastung weggesteckt hatten. Und mit Doris und Eberhard Mühlfriedel gab es ja auch noch ein ganz besonders fleißiges Pärchen: die beiden hatten nämlich sowohl den Samstag als auch den Sonntag gebucht und „ganz nebenbei“ der zweiten Litzelstetter Mannschaft in der Abendrunde Glanz verliehen. Also würde es etwas werden mit guten Leistungen ?

 

Man kann die Antwort auf die Eingangsfrage eigentlich ganz kurz zusammenfassen: Doro ist „Mrs. Zuverlässig“, Eberhard braucht wohl den Doppelwettkampf um so richtig in Schwung zu kommen, Niels Huber war halbwegs zufrieden mit seinem Neuner-Schnitt, Mario Straub bestätigte seine Leistung vom Monatsanfang (oder: verdaddelte eine echte Top-Leistung im zweiten Durchgang, aber die Saison ist ja noch lang) na ja, und die anderen haben halt noch einiges an Trainingsrückstand.

Gut weggesteckt hatte Doris Mühlfriedel ganz offensichtlich den Samstag mit klassischer Hallenrunde und anschließendem Liga-Turnier. Mit 521 und 514 Ringen lieferte sie an beiden Tagen verläßliche Resultate ab und wird sich nun für den Rest der Serie wohl deutlich größeres vornehmen müssen, wenn es immer so „planbar“ läuft. Auf jeden Fall gab es keine Probleme mit der Kondition, ganz wichtige Grundlage für die nächsten Aufgaben. Dass sie mit jedem Ergebnis die Konkurrenz in der Damenaltersklasse locker im Griff hatte, wunderte da auch nicht wirklich. Pokale gibt es aber trotzdem immer nur einen. Pech hatte hier Beate Heisler: wenn man so eine Team-Kollegin wie Doro hat, gehen die eigenen Ergebnisse immer so ein bisschen unter. Ihre erstklassige Leistungssteigerung auf 411 Ringe waren aber aller Ehren wert und brachten Platz acht in der Endwertung. Spannung also, wie es hier weitergeht, vielleicht ist der Knoten ja endlich geplatzt und setzt neue Motivation frei.

Bei den Junioren durfte dieses Jahr ein letztes Mal Mario Straub ran. Netterweise kümmert sich das Meßkircher Team nur wenig um Sportjahre – und läßt stattdessen die Kalenderjahre zählen. Mit einer furiosen 280er Einstandsrunde setzte Mario, na klar, die Bestmarke für den SVL in der ersten Halbzeit. Was er dann im zweiten Durchgang daraus machte, war ein bisschen schade: er verschenkte einige Ringe und ließ am Schluß der Konkurrenz auch noch den Vortritt. Vielleicht träumte er auch schon von der Regionalliga am kommenden Wochenende, wer weiß ? So blieben zum Schluß solide 531 Zähler stehen, das reichte für Platz drei. Dicht an Mario drangehängt hatte sich Niels Huber. Auch er konnte mit 275 Ringen im ersten Durchgang positive Akzente setzen, auch wenn er sich immer wieder ärgern musste: „Zehn, zehn, … sechs.“ Aber auch hier gilt: die Hallensaison hat noch einiges mehr zu bieten, da gilt es, nicht zu früh in einer Top-Verfassung zu sein. Zufrieden war Niels am Ende aber doch: 543 Ringe in einem guten Wettkampf, dafür gab es Platz zwei direkt vor dem Teamkollegen. Nur eine war an diesem Tag besser, nämlich Verena Braun vom 1. BSC Karlsruhe. Sie verschenkte ausgerechnet mit dem letzten Wertungspfeil ein deutlich besseres Ergebnis als die 546 Ringe. Aber das spielte am Ende keine Rolle mehr. Sie gewann die Junioren-Konkurrenz verdient. In dieser gemischten Wertung musste Annkathrin Heisler nach dem ersten Durchgang passen: der Start nach grippalem Infekt war definitiv zu früh. Bleibt zu hoffen, dass sie sich bis zu den Kreismeisterschaften am Sonntag einigermaßen erholen kann. Auch Frank Nietsch durfte noch einmal bei den Junioren starten, aber er konnte sich leider nicht mit einer Glanzleistung in die Schützenklasse verabschieden. An Niels und Mario war an diesem Wochenende einfach kein Herankommen, und so blieb der undankbare vierte Platz.

Auch in der Jugendklasse gab es erfreuliches zu vermelden: Zwar hatten Justin Schuldes und Christopher Borho die Spot-Auflage für den Wettkampf erhalten, aber die passende Antwort hatten sie parat. Wer Liga schießen will, sollte eben Spot trainieren, am besten unter Wettkampfbedingungen. Und außerdem: wenn man mindestens mit einem Achter-Schnitt abschließen will, dann reicht der Spot ja wohl aus. Am Ende war es dann fast zum Haare Raufen. Hätten sie doch nur … . Mehrere knappe Fehlschüsse kosteten ein deutlich besseres Ergebnis, das es auf der 40 cm Auflage gegeben hätte. Aber beide waren zum Schluss doch zufrieden. Schließlich gab es die Plätze eins und drei in der Jugendkonkurrenz für 477 bzw. 472 Ringe. Und der dritte, Christopher Borho, nahm es locker, dass die „falsche“ Auflage Platz zwei gekostet hatte: „War O.K., auch wenn ich mein Ziel nicht ganz erreicht habe.“ Danach gab es dann noch eine Drohung – oder war es nur eine Feststellung: „Nächstes Mal kriege ich Dich !“ Dieser lockere mannschaftsinterne Wettstreit wird hoffentlich beide entsprechend beflügeln. Als eine der wenigen weiblichen Starterinnen musste Zoe Heisler ebenfalls in eine gemischte Wertung mit den Jugend gehen. Sie erreichte am Schluß Platz elf.

Die vielen Erfolge würden doch auf die anderen Starter abfärben, so konnte man als SVL-Anhänger nur hoffen. Eberhard Mühlfriedel nutzte die Gelegenheit, einiges auf sein Ergebnis von der Vereinsmeisterschaft aufzusatteln. Sein bestes Resultat an diesem Wochenende: 523 Ringe. Da dürfte er sich freuen, denn so oft liegt er ja nicht mehr vor seiner besseren Hälfte Wink. Leider reichte es in der Seniorenklasse aber nicht zu einem Treppchenplatz. Dafür war die ausländische Konkurrenz einfach zu stark: Charles Schlesser (Archers du Nord) mit 552 Ringen und Werner Meier sowie Roberto Walder von den Zürcher Unterländer Bogenschützen mit je 525 Ringen landeten am Ende vor Eberhard. Rang vier in der Gesamtwertung war aber dennoch ein guter Einstieg in die Saison, so viel steht fest.

Große Hoffnungen durfte man wohl nach der Glanzvorstellung vom Vortag auf Christian Wild setzen, musste aber bei allem Optimismus mit Prognosen vorsichtig sein, schließlich frisst das begonnene berufsbegleitende Studium einen Großteil der freien Zeit. Trainingseinheiten inklusive. Da könnte es mit der speziellen Kondition am Bogen doch schwierig werden … . Wurde es dann auch, leider. So richtig bekam Christian keinen Fuß in den Wettkampf. Mit einigen Fehlern kam er aber immer noch auf 532 Ringe, Platz 12 war das Endergebnis. Training unter Wettkampfbedingungen, das dürfte am Ende das Fazit aus dem Turnier sein. Mit ebenfalls großem Trainingsrückstand hatte sich Adrian Massler ins Geschehen gestürzt. Logisch, dass ihm ganz einfach die Power fehlt. Trotzdem: ein solides Resultat von 526 Ringen, das über den Saisonverlauf mehr verspricht.

Warm anziehen heißt es aber trotzdem für die Konkurrenz in der Schützenklasse. Bei den Vereinsmeisterschaften hatte Christoph Gutmann knapp die 500er Marke übertroffen. In diesem Turnier sollte es deutlich mehr werden. Mit 522 Ringen landete er auf Platz 18 in einem starken Teilnehmerfeld. Zwei Plätze weiter zurück lag mit 519 Ringen Stefan Windmüller, der etwas Startschwierigkeiten hatte, aber im zweiten Durchgang im Schnitt einen sauberen Neuner ablieferte.

Matthias Heisler und Peter Nietsch hatten wie auch Doro und Eberhard am Vortag ihre Mannschaftseinsätze hinter sich gebracht. Bei beiden fehlte am Folgetag etwas die „Wettkampfspritzigkeit“, um ganz vorne in der Altersklasse mitzumischen. Matthias konnte sich mit 524 Ringen Platz neun sichern, Peter erreichte mit 507 Ringen Platz 14. Parallel dazu verabschiedete sich Jürgen Häge vorläufig aus dem Wettkampfgeschäft. Nach langer verletzungsbedingter Wettkampfpause war auf Platz 20 Schluss. In aller Ruhe neu aufbauen, das war ohnehin schon vorher geplant. Meßkirch, das ist halt der „Immer-wieder-gerne“ Sonntagsausflug im Oktober, Wettkämpfe hin oder her. Und unter gleichem Motto war Stefanie Polej am Sonntag in der Frühe aus dem Bett gesprungen. Auch hier galt das gleiche wie bei einigen anderen: zu wenig Trainingszeit bestraft auf jeden Fall im zweiten Durchgang. Machte aber nichts, denn Erwartungen hatte es sowieso keine gegeben. Ähnlich war es Antje Schütte angegangen, die für beide in der Damenklasse das Motto schon frühzeitig ausgegeben: „Hauptsache, es war nett !“ Und das ist es in Meßkirch wahrlich immer. Die Plätze acht und 13 waren das Ergebnis, sowie neue Erfahrungen und viele alte Bekannte. Das war’s dann doch wert !

 

Sonst noch

Früh aufstehen, sogar perfekt in der Zeit aus dem Haus kommen, das sind doch Idealbedingungen. Falsch ! Am Ortsschild von Meßkirch war klar: da fehlt was. Der Kuchen. Oh weh. Glück im Unglück: der steht ja im Keller im Kühlschrank. Moderne Kommunikationsmöglichkeiten gibt es ja auch, also schnell eine SMS abgesetzt, die Jungs werden es schon richten. Vor die Schwarzwälder Kirsch hatte das Schicksal aber die Haustür und die Nachbarin gestellt: „Kuchen. Im Keller im Kühlschrank. Da könnte ja jeder kommen.“ Ein Telefonat und prustendes Gelächter später ging dann doch alles gut. Merke: ab einem gewissen Alter können Memo-Zettel sehr hilfreich sein.

   

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