Gute Rahmenbedingungen beim ersten Ladies Cup des Deutschen Schützenbundes, der am 08. und 09. August im Schießsportzentrum von Suhl ausgetragen wurden, aber dennoch durchwachsene Resultate bei den Teilnehmerinnen aus Südbaden, so – oder so ähnlich – könnte die Zusammenfassung des letzten großen Wettkampfs der Außensaison für die SVL-Damen lauten. Ohne die Kolleginnen aus den verschiedenen Kugeldisziplinen waren Susanne und Steffi mit Simona Weszelovszky, Sabrina Sobczyk, Jessica Höfler und Adelheid Falkson nach Thüringen gereist, um die südbadische Fahne hoch zu halten. Dabei erreichte die erste Mann- bzw. Frauschaft (das „Bodensee-Trio“ Steffi, Simona und Susanne) mit 1715 Ringen ein respektables Ergebnis und wurde in der Endabrechnung hinter den starken „Nordlichtern“ aus Hamburg, Nordwestdeutschland und Niedersachsen sowie den Damen aus Bayern fünfte. Mit 1540 Zählern reihten sich Adelheid, Jessi und Sabrina in der Teamwertung mit SB II auf dem zwölften Rang ein.

Ein gut vorbereiteter Platz, eine ausreichend große Zahl Offizieller und ehrenamtlicher Helfer sowie dann auch noch Glück mit dem Wetter: am Samstag war alles für einen guten Wettkampf, den Saisonabschluß für die Südbadenerinnen, gesichert. Am Ende war für die beiden Teams alles dabei, Ergebnisse zur Zufriedenheit, fast schon Begeisterung, aber auch Enttäuschung und Frust. Zu den „Glückskindern des Tages“ gehörte Steffi, die als beste aus dem Team im Vorkampf mit persönlichem Rekord zehnte wurde. Zwar glückte der Start ins Turnier nicht wie gewünscht und eine „41“ sorgte für einiges an Wut im Bauch, aber mit selbiger ging es in den nächsten Passen weit besser voran, so daß am Ende der ersten Halbzeit mit 290 Ringen ein Platz im vorderen Mittelfeld zu Buche schlug. Ab dem fünften Satz Pfeile gab’s das übliche „im Gleichschritt, Marsch“ mit Susanne, die ebenfalls unbedingt den Durchgang mit 290 Ringen abschließen wollte und sich wieder einmal über die Ergebnis-Verhältnisse amüsieren konnte. Knapp dahinter kam dann auch schon Simona mit 287 Ringen ein. Damit lag das Team in Reichweite der drei Spitzenplätze, womit bei der starken Besetzung des Turniers eingentlich so recht niemand rechnen konnte, hatten doch die meisten Verbände die Veranstaltung als ideale Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften genutzt und ihre Landes-Kaderschützinnen ins Rennen geschickt.

Adelheid Falkson konnte sich in der team-internen Wertung als vierte mit 271 Ringen behaupten und war damit recht zufrieden, zeigt bei ihr die Formkurve endlich in die gewünschte Richtung. Jessica Höfler lag mit 260 Zählern etwas dahinter und machte einen halbwegs zufriedenen Eindruck, wogegen Sabrina ziemlich frustriert mit sich und ihren 219 Ringen haderte. Abhaken und Erfahrungen sammeln, so war die neue Marschroute für sie dann festgelegt.

Im zweiten Durchgang blieb es unter den ersten zwanzig Starterinnen stets eng, waren doch nur 16 Finalplätze zu vergeben. Erstmalig ein gutes Ergebnis nach Hause bringen konnte Steffi, die eine 291er Runde hinlegte und damit am Ende 581 Ringe erzielte. Bis zu den letzten beiden Passen war etwas unklar geblieben, ob es noch für die Finalteilnahme reichen könnte, aber am Ende gab es für dieses Ergebnis einen zehnten Platz zu vergeben. Zwölf Punkte „über dem Cut“ für die „Quali is’, wo ein Ring mehr is’ als bei mir“-Expertin, die nicht wußte, ob sie sich darüber wirklich freuen oder sich doch eher ärgern sollte, hatte es doch bei den Landesmeisterschaften mit 555 Ringen gerade wieder einmal nicht geklappt, sich für die DM zu qualifizieren. „Egal, mit Bestleistung die Saison zu beenden, das ist doch etwas tolles“, so das Fazit, „Finale in diesem Starterfeld, das ist echt toll.“ Daß dann auch noch Simona nach leichtem Schwächeln zwischendurch als 15. den Sprung in das Achtelfinale schaffte, sorgte für zufriedene Gesichter. Zu ihren 287 Ringen hatte sie weitere 285 hinzu gesammelt und am Ende 572 Zähler geholt. Über sich selbst ärgerte sich hingegen Susanne: „So in etwa 20 Ringe habe ich im zweiten Durchgang verschenkt, daß ist einfach !$$%§&/ (zensiert).“ Am Ende blieben 562 Ringe stehen, die 272 Punkte aus der zweiten Hälfte reichten nicht mehr, Susanne reihte sich auf Platz 23 ein.

Mit 535 Ringen und Platz 33 in der Einzelwertung war Adelheid am Ende des Wettkampfs ziemlich zufrieden: es geht in die richtige Richtung, nämlich nach oben. 271 und 264 Ringe, ein relativ gleichmäßiges Ergebnis, auf dem sie nun weiter aufbauen will, denn in der nächsten Saison wird sie wieder in der Damenklasse auftauchen. „Ach, das mit der Altersklasse, das lasse ich im nächsten Jahr wieder bleiben, ich melde mich zu Euch zurück.“ – Worauf sich natürlich schon alle freuen. Jessi konnte nach ihren 260 Ringen am Ende noch etwas zulegen, auch sie holte am Nachmittag 264 Zähler, am Ende blieben ihr 524 Ringe und Rang 36. Das Sorgenkind des ersten Durchgangs und Mannschaftsküken Sabrina konnte am Ende dann doch noch deutlich zulegen: nach den schwachen 219 Ringen folgten dann doch noch 262 Punkte. Allerdings war der Rückstand bereits sehr groß gewesen, so daß sie sich nur wenig verbessern konnte. „Training unter Wettkampfbedingungen“, unter diesem Motto will sie das ganze als Vorbereitung auf die DM nutzen. Schließlich will sie es in Tacherting Ende des Monats weit besser machen.

Nach extensiver Nachmittagspause ging es dann in das abschließende Einzelfinale im ersten Ladies Cup. Während mit der siebtplazierten Karin Schichta aus Bayern (588 Ringe) eine halbwegs lösbare Aufgabe auf Steffi wartete, würde es Simona gegen die Vorkampfzweite, Uta Bormann aus dem Nordwestdeutschen Schützenbund (614 Ringe), ungleich schwerer haben. Schon das Einschießen für das Finale zeigte, daß in dieser Runde ein ganz anderer Wind wehen würde als in dem vergleichsweise langen Qualifikationswettkampf. Während Karin Schichta extrem kräftesparsam in den beiden Passen einfach jeweils zwei Zehner und einen Neuner bzw. Achter ablieferte und dann den Rest ausließ, mühte sich Steffi damit ab, wieder „irgendwie“ so etwas wie Konstanz in die großflächigen Gruppen zu bekommen. Und direkt nebenan zeigte Uta Bormann dann auch noch, wie man auch ein Finale mit richtig viel Gold beim Aufwärmen vorbereitet. Ganze zwei Passen zu je sechs Pfeilen sollten hier über das Weiterkommen entscheiden. Simona patzte direkt beim Start: nur 40 Ringe, damit war der Zug dann direkt abgefahren. Am Ende gewann Uta Bormann deutlich mit 102:91, Simona wurde aber immer noch 13. Nebenan lief es zwischen Steffi und Karin dann aber etwas anders als noch im Einschießen, das Duell ging mit 98:83 an Südbaden, und das Viertelfinale sah noch recht offen aus. Dort aber fehlte dann gegen Uta Bormann einfach alles, Wollen oder Nicht-Wollen war am Ende zweitrangig, weil „der Saft einfach weg war“. Damit blieb für Steffi Platz acht, mit dem sie sehr zufrieden war. „Lieber so ausgeschieden als ganz knapp oder gar mit 108:105, wie es auf Bahn fünf und sechs ausgegangen ist“, so die Abschlußbemerkung.

Danach gab es dann noch zwei spannende Halbfinals, für die sich die vier top-gesetzten Finalteilnehmerinnen qualifiziert hatten. Während Andrea Kreipe am Ende zügig das Finale erreichte und Uta Bormann mit dem Kampf um Platz drei Vorlieb nehmen mußte, machten es das Hamburger Küken Christine Ernst und Rheinhessen-Routinier Petra Nüssgens-Patz richtig spannend. Nach einem 103:103 ging es ins Stechen. Drei Mal gelang es keiner, sich über die Ringzahl durchzusetzen, Begeisterung im Publikum. So mußte am Ende in diesem quasi vorgezogenen Finale das Zentimetermaß entscheiden. Christine Ernst schaffte hier das Finale, Petra hatte das Nachsehen. Dafür hielt sie sich im Duell um Bronze schadlos und holte mit der Final-Bestmarke von 108 Ringen Platz drei. Wer geglaubt hatte, das Stechen hätte Christine zu viel Kraft und Nerven gekostet, der lag jedoch falsch. Auch sie setzte sich in ihrer letzten Begegnung gegen Andrea Kreipe aus Niedersachsen durch. Damit holte sich bei der ersten Austragung eine Juniorin den Sieg im Bogenwettkampf des Ladies Cup – und könnte sich so wertvolle Erfahrungen für die DM in Tacherting geholt haben.

Leider war am Abend kein gemeinsames Essen der Teams vorgesehen, so gingen die meisten ihrer Wege und reisten bereits ab, ein echtes Minus zu den bisherigen Finalwettkämpfen in der Damenverbandsrunde. Schade auch, daß die Bogen-Damen um Landesdamenleiterin Anita Huber ohne weitere Unterstützung aus Südbaden anreisen mußten, zu den zwölf Wertungspunkten hätte aus den verschiedenen Kugel-Bereichen noch einiges dazu kommen und ein Platz im Vorderfeld herausspringen können. So wurde das Team am Ende zwölfte, konnte aber immerhin noch drei Verbände hinter sich lassen. Ob’s im nächsten Jahr einen neuen Anlauf für Südbaden geben wird ? Man muß abwarten. Ein paar Dinge sollten vielleicht doch etwas anders laufen, aber der Ladies Cup hat das Zeug zu einer tollen Veranstaltung, und die starke Besetzung des Bogen-Turniers macht im Grunde Lust auf mehr. 

   

Aktuelle Termine  

   
© ALLROUNDER